Jugendbeteiligung in Ebern: Warum nicht nach Baunacher Vorbild?

Symbolbild KI Ein Jugendrat soll junge Menschen stärker in die Kommunalpolitik einbinden. Doch während in Ebern zunächst ein Konzept mit benannten und von Schulen entsandten Jugendlichen vorgesehen ist, setzt die Nachbarstadt Baunach bereits seit Jahren auf ein gewähltes Jugendparlament. Ebern möchte jungen Menschen mehr Möglichkeiten geben, sich in die kommunale Politik einzubringen. Wie aus dem Mitteilungsblatt [➚] der Verwaltungsgemeinschaft Ebern vom 16.10.26 hervorgeht, ist im Rahmen des Projekts „Jugend entscheidet“ der Hertie-Stiftung ein Konzept für die Beteiligung Jugendlicher an kommunalen Prozessen entstanden. Rund 400 Jugendliche im Alter von 13 bis 18 Jahren sollen demnach eingeladen werden, ihre Vorstellungen für die Zukunft der Stadt einzubringen. Geplant ist eine Zukunftswerkstatt, aus der ein Jugend- und Zukunftsrat hervorgehen könnte. Doch bei der konkreten Ausgestaltung stellt sich eine grundlegende Frage: Warum setzt Ebern nicht auf ein demokratisch gewähltes Gremi...

Bürgermeisterwahl: Wer soll Ebern aus der Krise führen?


Am 8.3.26 wählen die Bürgerinnen und Bürger in Ebern einen neuen Bürgermeister. Zur Wahl stehen mit Jürgen Hennemann (SPD), Harald Pascher (FDP) und Isabell Zimmer (CSU) zwei Männer und eine Frau. Der Wahlkampf verläuft bislang vergleichsweise ruhig. Inhaltlich setzen die drei Kandidaten unterschiedliche Akzente, zugleich gibt es thematische Überschneidungen.

Jürgen Hennemann (SPD)

Jürgen Hennemann steht seit 2014 an der Spitze der Stadt und bewirbt sich erneut um das Amt. Sein Wahlkampfmotto lautet „Sozial. Fair. Kompetent.“ Auf der Internetseite der SPD erklärt er, er wolle weiterhin eine nachhaltige und zukunftsgerichtete Politik im Sinne sozialdemokratischer Grundwerte gestalten.

Inhaltlich spricht Hennemann unter anderem über Maßnahmen zur Klimaanpassung, etwa Regenmulden am Straßenrand, die Bäume gratis mit Wasser versorgen sollen. Zudem bringt er eine Umgestaltung der Windrad-Ruine auf dem Bretzenstein zu einem Aussichtsturm ins Gespräch.

Ein Teil seiner Aussagen betrifft die künftige Nutzung des ehemaligen Krankenhausgebäudes. Das Krankenhaus Ebern ist zum 31.12.25 geschlossen worden. Hennemann spricht sich dafür aus, den Standort als Gesundheitsstandort weiterzuentwickeln. Er verweist auf Ideen wie ein Hospiz, Angebote der Übergangspflege oder eine Erweiterung der bestehenden MVZ-Strukturen. Konkrete Umsetzungsschritte oder Finanzierungsmodelle sind bislang nicht vorgestellt worden.

Als Kreisrat und Mitglied im Verwaltungsrat der Haßberg-Kliniken ist Hennemann in die gesundheitspolitischen Entscheidungen auf Landkreisebene eingebunden. Die Schließung des Krankenhauses wurde vom Kreistag mitgetragen.

Einen Naturfriedhof in Ebern lehnt Hennemann ab. Bestehende Friedhöfe sollten weiterhin genutzt werden. Weitere Themen wie die Digitalisierung der Verwaltung oder die Veröffentlichung von Stadtratsprotokollen stehen nicht im Mittelpunkt seines Wahlkampfs.

Isabell Zimmer (CSU)

Isabell Zimmer kandidiert für die CSU und wirbt mit dem Slogan „Ebern kann mehr“. Sie ist Kreisrätin sowie Mitglied im Verwaltungsrat der Haßberg-Kliniken. Auf ihrer Website betont sie ihr Netzwerk im Landkreis, im Bezirk und darüber hinaus. Dieses könne helfen, Projekte voranzubringen und Fördermittel einzuwerben.

Zimmer nennt als Ziele unter anderem die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum, die Stärkung familienfreundlicher Angebote sowie den Erhalt von Einrichtungen wie Schwimmbad, Bücherei und Vereinen. Zudem spricht sie sich für Umweltpolitik „mit Vernunft und Maß“ aus. Konkrete Maßnahmen oder Zeitpläne benennt sie bislang nicht im Detail.

Auch Zimmer hat die Entscheidung zur Schließung des Krankenhauses im Rahmen ihrer Tätigkeit im Kreistag sowie im Verwaltungsrat der Kliniken mitgetragen. Zur weiteren Nutzung des Gebäudes äußert sie sich grundsätzlich positiv, konkrete Konzepte stellt sie nicht vor. Zum Thema Naturfriedhof sind von ihr keine eindeutigen Aussagen zu finden. Ebenso wenig nimmt sie bislang ausführlich Stellung zu möglichen strukturellen Veränderungen auf Landkreisebene.

Im Zusammenhang mit dem angekündigten Stellenabbau beim Unternehmen Valeo nimmt Zimmer an einer Mahnwache teil und zeigt gemeinsam mit weiteren politischen Vertretern Präsenz.

Harald Pascher (FDP)

Harald Pascher ist derzeit zweiter Bürgermeister der Stadt Ebern und kandidiert für die FDP. Sein Wahlkampfmotto lautet „Ich hör zu. Ich pack an.“ Er gehört dem Stadtrat seit 1996 und dem Kreistag seit 2008 an.

Auch Pascher ist in die gesundheitspolitischen Entscheidungen des Landkreises eingebunden. Die Schließung des Krankenhauses Ebern ist vom Kreistag mit breiter Mehrheit [➚] unterstützt worden. In seiner Wahlbroschüre setzt sich Pascher für eine „Weiterentwicklung“ der MVZ-Strukturen im ehemaligen Krankenhausgebäude ein. Zudem spricht er sich für die Einrichtung einer Kurzzeitpflegestation sowie eines Hospizes aus. Zuständigkeiten und Finanzierung liegen dabei überwiegend auf Landkreisebene beziehungsweise bei den Haßberg-Kliniken.

Darüber hinaus nennt Pascher den Erhalt kommunaler Einrichtungen wie Freibad, Hallenbad, Mittelschule, Jugendtreff und Stadtbücherei als Ziele. Er befürwortet den Erhalt des Flugplatzes in Haßfurt und möchte Märkte in Ebern weiterentwickeln. Zum Mittelaltermarkt äußert er sich nicht. Einen Naturfriedhof lehnt auch er ab.

Die Beteiligung junger Menschen an kommunalpolitischen Prozessen will Pascher stärken. Details zu möglichen Beteiligungsformaten sind bislang nicht ausgeführt.

Weitere Themen

Neben den individuellen Schwerpunkten gibt es Themen, die im Wahlkampf bislang zu wenig oder überhaupt nicht behandelt werden. Dazu zählt die langfristige Nutzung der ehemaligen Krankenhaus-Immobilie einschließlich des leerstehenden Personalwohnheims. Derzeit befinden sich dort drei MVZ-Praxen, der Großteil der Flächen steht leer.

Auch das „Regionalwerk Haßberge“, an dem sich die Stadt mit 95.700 Euro beteiligt hat, wird im Wahlkampf nicht aufgegriffen. Der angekündigte regionale Stromtarif ist bislang nicht eingeführt worden.

Weitere Aspekte wie die Sicherheit von Fußgängern im Stadtgebiet, der Zustand des Anlagenrings, die Situation auf der Bahnstrecke Bamberg – Ebern oder die Veröffentlichung von Sitzungsprotokollen spielen bislang keine zentrale Rolle.

Mit Blick auf die Kommunalwahl am 8.3.26 präsentieren sich alle drei Kandidaten als langjährige Kommunalpolitiker. Die Wählerinnen und Wähler entscheiden darüber, wem sie in den kommenden Jahren die Verantwortung für die Entwicklung der Stadt übertragen möchten.