Am Palmsonntag des Jahres 1849 lag über der kleinen fränkischen Stadt Ebern eine gespannte Erwartung, wie sie sonst nur großen politischen Zentren vorbehalten war. Menschen strömten aus den umliegenden Dörfern herbei, Bauern, Handwerker und Bürger, vereint von einer Frage, die weit über ihre Heimat hinauswies: Sollte Bayern Teil eines neuen, freiheitlichen Deutschlands werden? Die Ereignisse, die an diesem 1. April ihren Ausdruck fanden, hatten ihren Ursprung in den dramatischen Umwälzungen der Revolutionsjahre 1848 und 1849. In der Frankfurter Paulskirche hatte die Nationalversammlung nach langen und mühsamen Beratungen zunächst die Grundrechte des deutschen Volkes beschlossen und schließlich eine Reichsverfassung verabschiedet. Diese sollte ein geeintes Deutschland mit parlamentarischer Ordnung schaffen. Doch der bayerische König Maximilian II. von Bayern zögerte. Ein starker Nationalstaat mit gewähltem Parlament hätte seine Stellung als Monarch geschwächt – und so verweigerte er wen...
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