In der Stadt Ebern beginnt der Ausbau eines neuen Glasfasernetzes. Wie die Verantwortlichen mitteilen, sollen dabei zahlreiche Straßen, Gehwege und auch Parkflächen zeitweise gesperrt werden. Hintergrund sind umfangreiche Bauarbeiten, mit denen eine moderne Internetinfrastruktur geschaffen werden soll.
Das Unternehmen GlasfaserPlus habe Stadtverwaltung und Kommune darüber informiert, dass die bereits für 2025 angekündigten Arbeiten nun starten. Im Auftrag der Deutschen Telekom soll ein leistungsfähiges Glasfasernetz entstehen, das künftig jedes Haus direkt mit schnellem Internet versorgen kann. Nach Angaben des Unternehmens ermögliche die Technologie Bandbreiten von mindestens 1.000 Megabit pro Sekunde und darüber hinaus.
Ausgangspunkt der Bauarbeiten ist der Telekom-Knotenpunkt im Alten Hohlweg. Von dort aus sollen zunächst die Straßenzüge rund um den Steinberg erschlossen werden. Mit der praktischen Umsetzung vor Ort ist das Bauunternehmen Stömer Bau GmbH beauftragt.
Für Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer wird der Ausbau allerdings spürbare Auswirkungen haben. Da die Baukolonnen nach Angaben der Beteiligten täglich rund 100 Meter Leitungsnetz verlegen wollen, werden viele Abschnitte als sogenannte Wanderbaustellen eingerichtet. Das bedeutet, dass die Arbeiten jeweils nur auf einem kurzen Stück stattfinden und anschließend weiterziehen. In der Praxis kann das zu wechselnden Voll- oder halbseitigen Sperrungen einzelner Straßen führen.
Die Bauarbeiten sollen grundsätzlich im öffentlichen Raum stattfinden. Privatgrundstücke würden nur nach vorheriger Absprache betreten, heißt es von Unternehmensseite. Man wolle die Eigentümer frühzeitig informieren und alle Schritte abstimmen. Dennoch lasse sich nicht vermeiden, dass es zeitweise zu Einschränkungen komme. Die beauftragte Firma betone jedoch, man wolle die Belastungen für Anwohner möglichst gering halten. Kurz vor Beginn der Arbeiten in einer Straße werde die Baufirma zudem direkten Kontakt mit den jeweiligen Grundstückseigentümern aufnehmen, um Details zu Hausanschlüssen persönlich zu klären.
Technisch wird das Glasfaserkabel zunächst bis zur Grundstücksgrenze gelegt. Von dort aus übernimmt ein zweiter Bautrupp die Verlegung bis in den Hausanschlussraum, sofern dies mit den Eigentümern abgestimmt ist. Der Übergang ins Gebäude werde dabei luft- und wasserdicht versiegelt. Im Haus selbst wird das Kabel anschließend noch bis zu drei Meter bis zum sogenannten Hausübergabepunkt geführt.
Diese Verlegung vom Grundstück bis in den Hausanschlussraum erfolgt nach Angaben der Beteiligten kostenfrei – allerdings nur, wenn für das betreffende Gebäude bis zum Baubeginn im jeweiligen Straßenzug ein Glasfaservertrag mit der Telekom abgeschlossen wurde.
Für Einfamilienhäuser gibt es darüber hinaus eine weitere Option: Wird ein entsprechender Tarif gebucht, kann das Glasfaserkabel auf Wunsch bis zu 20 Meter innerhalb des Hauses verlegt werden. Voraussetzung ist allerdings, dass die Leitungswege vorbereitet sind. Eigentümer müssen beispielsweise Leerrohre, Kabelkanäle oder Wand- und Deckendurchführungen bereitstellen, damit die Installation beim Anschlusstermin zügig erfolgen kann.
Bei Mehrfamilienhäusern mit mindestens drei Wohneinheiten gelten teilweise andere Regelungen. In solchen Gebäuden kann ein Hausanschluss auch ohne gleichzeitige Tarifbuchung beantragt werden. Eigentümer können sich zudem beraten lassen, welche Vorbereitungen im Gebäude nötig sind. Auch Mieter oder Mitglieder einer Eigentümergemeinschaft können einen Glasfaseranschluss beauftragen. In diesem Fall müssen jedoch die Kontaktdaten des Eigentümers oder der Hausverwaltung angegeben werden, damit die Zustimmung eingeholt werden kann.
Hinter dem Ausbau steht ein vergleichsweise junges Unternehmen: GlasfaserPlus wurde im Frühjahr 2022 gegründet und ist ein Gemeinschaftsunternehmen der Deutschen Telekom und des Investmentunternehmens ifm Investors. Nach eigenen Angaben beschäftigt das Unternehmen rund 150 Mitarbeiter und ist bereits in mehr als 300 Kommunen am Ausbau von Glasfasernetzen beteiligt.
Der Ausbau in Ebern findet vor dem Hintergrund eines weiterhin langsamen Glasfaserausbaus in Deutschland statt. Nach einem Bericht des Bayerischen Rundfunks nutzen selbst im Jahr 2026 noch rund 85 Prozent der Haushalte keinen Glasfaseranschluss. Viele Haushalte greifen weiterhin auf DSL- oder Kabelinternet zurück. Gründe dafür seien unter anderem der aufwendige Ausbau, Kostenfragen oder auch eine gewisse Zufriedenheit mit bestehenden Anschlüssen.
Verbraucherschützer warnen allerdings, dass diese Zurückhaltung langfristig Nachteile haben könnte. Nach Einschätzung von Experten gelten Glasfaseranschlüsse als die einzige dauerhaft zukunftsfähige Technologie, weil ältere Übertragungswege technisch begrenzt sind. Mit der zunehmenden Digitalisierung im Alltag, im Beruf und durch vernetzte Geräte steige der Bedarf an Bandbreite stetig.
Ein Glasfaseranschluss könne zudem den Wert einer Immobilie erhöhen. Dennoch raten Experten dazu, Angebote sorgfältig zu prüfen. Wer beispielsweise bald umziehen wolle oder noch an langfristige Internetverträge gebunden sei, könne unter Umständen zunächst abwarten. Für Haushalte mit sehr geringem Internetbedarf könne ein Anschluss ebenfalls weniger relevant sein. Für alle, die digitale Dienste regelmäßig nutzen – sei es privat oder beruflich –, sehen Fachleute in der Glasfasertechnik hingegen eine zukunftssichere Infrastruktur.

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