Ehemaliges Krankenhaus Ebern: BRK sucht Personal für Kurzzeitpflege vor dem Start

Nun ist das Rote Kreuz am Zug: Nachdem Haßberge-Landrat Wilhelm Schneider (CSU) über Jahre hinweg immer wieder die Einrichtung einer Kurzzeitpflege im Gebäude des inzwischen geschlossenen Krankenhauses Ebern angekündigt hatte, ohne dass diese tatsächlich umgesetzt wurde, übernimmt aktuell der BRK-Kreisverband Haßberge die praktische Umsetzung. Bereits vor Jahren registrierten die örtlichen Medien, dass sich die ursprünglich angekündigte Realisierung immer weiter verzögerte. Im September 2022 war an die Haßberg-Kliniken ein Förderscheck in Höhe von 1,96 Millionen Euro für die Errichtung einer Kurzzeitpflege öffentlich übergeben worden. Der Scheck wurde jedoch später wohl still zurückgegeben – ein Vorgang, der für Verwunderung sorgte. In der öffentlichen Diskussion war von einem abgetauchten Förderbescheid die Rede. Parallel dazu wurde immer wieder der Gedanke laut, die Versprechen rund um die Kurzzeitpflege seien vor allem dazu gedacht gewesen, den Widerstand gegen die Klinikschließun...

Ältere Menschen seltener an Verkehrsunfällen beteiligt

 

Die Neue Presse [➚] beleuchtet am 18.1.24 eine merkwürdige Überlegung für den Landkreis Haßberge: „Senioren ab 80 Jahren sollen ihren Führerschein abgeben“ – und als Ausgleich kostenlos Bus fahren dürfen. Als Anlass wird die gleichlautende Forderung (für Coburg) eines Coburger FDP-Stadtrats (an den Haaren) herbeigezogen. Hier wie dort fehlt es jedoch an einer tragfähigen Begründung, die offizielle Statistik steht dem Ansinnen eindeutig entgegen.

Um so irritierender, dass laut Neuer Presse der Coburger Seniorenbeirat den dortigen Antrag unterstützen würde. Die Zeitung setzt noch eins drauf: „Und auch im Dienstbereich der Polizeiinspektionen Ebern und Haßfurt gibt die Gruppe der Senioren, zu der bereits Verkehrsteilnehmer ab 65 Jahren gehören, immer wieder großen Anlass zur Sorge.“ Nennenswerten öffentlichen Busverkehr gibt es übrigens im Landkreis Haßberge nicht.

Anlass zur Sorge sollte indes die offenkundige (zumindest teilweise) Ausblendung der Wirklichkeit sein. Lesen Sie hier Auszüge aus einer Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes (Destatis) [➚] vom 2.3.23:

• 14,5 % aller an Verkehrsunfällen Beteiligten im Jahr 2021 waren 65 Jahre und älter, der Anteil dieser Altersgruppe an der Gesamtbevölkerung lag bei 22,1 %

• Hochbetagten-Haushalte sind seltener mit Autos ausgestattet als Haushalte insgesamt

„Wiesbaden – Ältere Menschen sind gemessen an ihrem Anteil an der Gesamtbevölkerung seltener in Verkehrsunfälle verstrickt als jüngere. Im Jahr 2021 waren 66 812 Menschen ab 65 Jahren an Unfällen mit Personenschaden beteiligt, das waren 14,5 % aller Unfallbeteiligten, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt. Im Jahr 2021 waren dagegen 22,1 % der Bevölkerung in Deutschland mindestens 65 Jahre alt.

Die geringere Unfallbeteiligung dürfte unter anderem daran liegen, dass ältere Menschen nicht mehr regelmäßig zur Arbeit fahren und somit seltener als jüngere am Straßenverkehr teilnehmen. Im hohen Alter geht auch die Nutzung individueller Verkehrsmittel wie Auto oder Fahrrad zurück.“

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