Von Ebern bis Coburg: Regionale Tageszeitungen verlieren weiter Leser/innen

Die hiesigen Tageszeitungen haben im 1. Quartal 2026 erneut an verkaufter Auflage verloren. Das zeigt ein Vergleich der aktuellen IVW-Zahlen [➚] mit dem 1. Quartal des Vorjahres. Betroffen sind alle untersuchten Titel. Wie stark die Rückgänge ausfallen, unterscheidet sich allerdings deutlich. Aus regionaler Sicht lohnt sich dabei vor allem der Blick auf die drei Zeitungen, die im Landkreis Haßberge vertreten sind. Der Fränkische Tag erscheint im Landkreis mit seiner Ausgabe E, u.a. für Ebern, Eltmann und Zeil am Main. Hinzu kommt die Neue Presse, die seit 2024 nicht mehr mit einer eigenen Haßberge-Ausgabe auf dem Markt ist. Stattdessen erscheint eine gemeinsame Ausgabe „Coburg/Haßberge“. Erweitert wird das Angebot durch die „Main-Post Haßberge“. Deren gedruckte Ausgabe trägt je nach Verbreitungsgebiet die Kopftitel „Haßfurter Tagblatt“ oder „Bote vom Haßgau“ (Bereich Hofheim i.Ufr.). Inhaltlich unterscheiden sich beide Ausgaben jedoch nicht. Im Internet wird das Angebot ausschließlich...

Ältere Menschen seltener an Verkehrsunfällen beteiligt

 

Die Neue Presse [➚] beleuchtet am 18.1.24 eine merkwürdige Überlegung für den Landkreis Haßberge: „Senioren ab 80 Jahren sollen ihren Führerschein abgeben“ – und als Ausgleich kostenlos Bus fahren dürfen. Als Anlass wird die gleichlautende Forderung (für Coburg) eines Coburger FDP-Stadtrats (an den Haaren) herbeigezogen. Hier wie dort fehlt es jedoch an einer tragfähigen Begründung, die offizielle Statistik steht dem Ansinnen eindeutig entgegen.

Um so irritierender, dass laut Neuer Presse der Coburger Seniorenbeirat den dortigen Antrag unterstützen würde. Die Zeitung setzt noch eins drauf: „Und auch im Dienstbereich der Polizeiinspektionen Ebern und Haßfurt gibt die Gruppe der Senioren, zu der bereits Verkehrsteilnehmer ab 65 Jahren gehören, immer wieder großen Anlass zur Sorge.“ Nennenswerten öffentlichen Busverkehr gibt es übrigens im Landkreis Haßberge nicht.

Anlass zur Sorge sollte indes die offenkundige (zumindest teilweise) Ausblendung der Wirklichkeit sein. Lesen Sie hier Auszüge aus einer Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes (Destatis) [➚] vom 2.3.23:

• 14,5 % aller an Verkehrsunfällen Beteiligten im Jahr 2021 waren 65 Jahre und älter, der Anteil dieser Altersgruppe an der Gesamtbevölkerung lag bei 22,1 %

• Hochbetagten-Haushalte sind seltener mit Autos ausgestattet als Haushalte insgesamt

„Wiesbaden – Ältere Menschen sind gemessen an ihrem Anteil an der Gesamtbevölkerung seltener in Verkehrsunfälle verstrickt als jüngere. Im Jahr 2021 waren 66 812 Menschen ab 65 Jahren an Unfällen mit Personenschaden beteiligt, das waren 14,5 % aller Unfallbeteiligten, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt. Im Jahr 2021 waren dagegen 22,1 % der Bevölkerung in Deutschland mindestens 65 Jahre alt.

Die geringere Unfallbeteiligung dürfte unter anderem daran liegen, dass ältere Menschen nicht mehr regelmäßig zur Arbeit fahren und somit seltener als jüngere am Straßenverkehr teilnehmen. Im hohen Alter geht auch die Nutzung individueller Verkehrsmittel wie Auto oder Fahrrad zurück.“

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