Ehemaliges Krankenhaus Ebern: BRK sucht Personal für Kurzzeitpflege vor dem Start

Nun ist das Rote Kreuz am Zug: Nachdem Haßberge-Landrat Wilhelm Schneider (CSU) über Jahre hinweg immer wieder die Einrichtung einer Kurzzeitpflege im Gebäude des inzwischen geschlossenen Krankenhauses Ebern angekündigt hatte, ohne dass diese tatsächlich umgesetzt wurde, übernimmt aktuell der BRK-Kreisverband Haßberge die praktische Umsetzung. Bereits vor Jahren registrierten die örtlichen Medien, dass sich die ursprünglich angekündigte Realisierung immer weiter verzögerte. Im September 2022 war an die Haßberg-Kliniken ein Förderscheck in Höhe von 1,96 Millionen Euro für die Errichtung einer Kurzzeitpflege öffentlich übergeben worden. Der Scheck wurde jedoch später wohl still zurückgegeben – ein Vorgang, der für Verwunderung sorgte. In der öffentlichen Diskussion war von einem abgetauchten Förderbescheid die Rede. Parallel dazu wurde immer wieder der Gedanke laut, die Versprechen rund um die Kurzzeitpflege seien vor allem dazu gedacht gewesen, den Widerstand gegen die Klinikschließun...

Vom wortlosen Verschwinden der Zeitungsschaukästen in Ebern

 

Früher waren Zeitungen in jeder Stadt ein fester Bestandteil des öffentlichen Raums. Sie lagen in Cafés und Gaststätten aus, hingen in Schaukästen und waren für jeden frei zugänglich. Diese Zeiten sind vorbei, Zeitungen sind aus dem öffentlichen Raum weitgehend verschwunden, auch in Ebern.

Dabei sollten Zeitungen im öffentlichen Raum verbleiben, weil sie ein wichtiger Bestandteil einer lebendigen Demokratie sind. Wenn die Lokalzeitung nicht mehr sichtbar ist (z.B. in der örtlichen Bibliothek, dem Café, am Kiosk oder als Redaktion vor Ort), dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass die Existenz der örtlichen Zeitung überhaupt nicht mehr ins Bewusstsein dringt.

Eine Untersuchung des amerikanischen Meinungsforschungsinstituts Pew Research Center aus dem Jahr 2022 soll ergeben haben, dass Menschen, die in einer Region leben, in der lokale Zeitungen nicht mehr in öffentlichen Räumen ausliegen, weniger wahrscheinlich diese Zeitungen lesen und kaufen.

Das allmähliche Verblassen der Lokalzeitungen aus dem öffentlichen Bewusstsein begleitet den Sinkflug der Auflagen und umgekehrt. Lokaljournalismus hilft aber, die Bürger/innen zu informieren und zu bilden, indem über relevante örtliche Themen und Ereignisse berichtet wird.

Kommt der Lokaljournalismus abhanden, wird es für Leser/innen schwieriger, sich über das Geschehen in ihrer Stadt einigermaßen unabhängig zu informieren. Das kann dazu führen, dass sich Menschen von der Politik und den Entscheidungen der Verwaltung entfremden.

Es mag verschiedene Möglichkeiten geben, um das Verschwinden der Zeitungen aus dem öffentlichen Raum zu stoppen. Eine Möglichkeit ist, dass Verleger kostenlose Ausgaben anbieten, die in Cafés, Gaststätten und anderen öffentlichen Einrichtungen ausliegen, zumindest sporadisch.

Eine andere Möglichkeit ist, dass Zeitungen mit nichtstaatlichen Fördermitteln unterstützt werden. Letztendlich ist es wichtig, dass sich die Verleger selbst Gedanken darüber machen, wie sie im öffentlichen Raum physisch präsent bleiben und dies finanzieren können, auch zu ihrem eigenen Nutzen.

Online-Angebote schaffen meist keine Abhilfe, weil sie entweder hinter einer Bezahlschranke versteckt sind oder durch maßlose Werbeeinblendungen keine Relevanz haben.

Jedenfalls sollten in Zukunft Lokalzeitungen in der öffentlichen Wahrnehmung wieder mehr präsent sein, denn sie tragen dazu bei, Menschen ideell zu vernetzen und ein gemeinsames Verständnis für lokale Ereignisse zu schaffen.

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