Eine Luftnummer, die Eltmann retten könnte?

Symbolbild KI Das Hallenbad in Zeil ist seit 2019 dicht, der Schwimmunterricht im Landkreis eine logistische Mammutaufgabe. Während über ein 30-Millionen-Euro-Ganzjahresbad debattiert wird, schrumpfen die Schwimmfähigkeiten der Grundschüler. Dabei liegt die Lösung möglicherweise direkt vor der Haustür – genauer gesagt: im Main. Man muss kein Prophet sein, um zu wissen, wie die kommenden Winter für die Grundschulen in und um Eltmann aussehen werden: Statt Seepferdchen und Bronze-Abzeichen steht für die Kinder vor allem eines auf dem Lehrplan: Busfahren. Seit der Schließung des Hallenbads im benachbarten Zeil am Main herrscht im Landkreis akuter Notstand an winterlichen Wasserflächen. Die Kinder werden zu „Trockenschwimmern“. Natürlich gibt es da diesen Traum vom großen „Allianzbad“. Ein modernes Ganzjahresbad, das irgendwann am Eltmanner Freibadgelände entstehen soll. Kostenpunkt: rund 30 Millionen Euro. In Zeiten klammer kommunaler Kassen und ohne feste Zusage über staatliche Millionen...

Was sich Ebern von seiner Partnergemeinde Trun abschauen kann



Über den historischen Hintergrund der Gemeindepartnerschaft zwischen dem französischen Trun in der Normandie und Ebern in Unterfranken ist in den Zeitungen öfter berichtet worden. Sonst ist bei uns leider nicht viel zu Trun bekannt, obwohl sich einiges abschauen ließe.

Zunächst einmal handelt es sich bei Trun um einen bemerkenswerten Ort mit 1.200 Einwohnern/-innen. Im Vergleich zu deutschen Orten vergleichbarer Größe ist die Ortsmitte von Trun gut mit Geschäften ausgestattet, sie kann in dieser Hinsicht durchaus mit Ebern mithalten.

So gibt es etliche Läden, z.B. für Blumen, Antiquitäten, Öfen, Schuhe, Lebensmittel, daneben Friseure, eine Apotheke, Bäckereien, Metzgereien, Bistros, Restaurants, einen Kiosk, eine Post mit Postbank, eine Bank, einen Notar, zwei Schulen, eine Kindertagesstätte, mehrere Ärzte, eine Autowerkstatt, Pflegedienste, Tabakwaren, einen Immobilienmakler, eine Versicherungsagentur. Am Ortsrand stehen eine Tankstelle und ein Supermarkt, nur die Zahnarztpraxis scheint zur Zeit nicht geöffnet zu sein.

Außerdem besitzt Trun eine Mediathek und das Pierre-Wadier-Altenheim in der Laurent-Moutier-Straße, wo kürzlich die stellvertretende Heimleiterin wechselte. Der französischen Regionalzeitung war das immerhin eine Nachricht wert. Für uns ist aber etwas anderes erwähnenswert:

Regelmäßige Filmvorführungen

Bemerkenswert ist ein rühriger Verein, der seit einigen Jahren zusammen mit einem örtlichen Wanderkino Filmvorführungen in Trun organisiert, nachdem der Ort kein Kino mehr hatte. Seither werden von September bis Juni zweimal pro Monat Filme im Kinosaal der Gemeinde gezeigt. Zusätzlich geht man auch an die beiden Schulen.

Immerhin kommen im Durchschnitt 40 Besucher/innen zu den Vorführungen. Das zeigt, dass die Nachfrage gegeben ist. Nur das jüngere Publikum zieht noch nicht so mit, deshalb soll es extra Kinderkino-Nachmittage geben, haben sich die etwa 50 Vereinsmitglieder überlegt.

Das Kinoprojekt erfährt zudem gute Unterstützung durch die Gemeinde, die den Kinosaal kostenlos zur Verfügung stellt und den Verein subventioniert. Der Verein ist gemeinnützig und finanziert sich zusätzlich durch Eintrittsgelder und Spenden. Dadurch ist es möglich, den Kinobetrieb in Kooperation mit dem Wanderkino als kulturelles Angebot aufrechtzuerhalten und Filme von hoher Qualität anzubieten.

Beim Kinoangebot liegt Trun eindeutig vor Ebern, hier kann die unterfränkische Partnerstadt leider (noch?) nicht mitziehen.

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