Von Ebern bis Coburg: Regionale Tageszeitungen verlieren weiter Leser/innen

Die hiesigen Tageszeitungen haben im 1. Quartal 2026 erneut an verkaufter Auflage verloren. Das zeigt ein Vergleich der aktuellen IVW-Zahlen [➚] mit dem 1. Quartal des Vorjahres. Betroffen sind alle untersuchten Titel. Wie stark die Rückgänge ausfallen, unterscheidet sich allerdings deutlich. Aus regionaler Sicht lohnt sich dabei vor allem der Blick auf die drei Zeitungen, die im Landkreis Haßberge vertreten sind. Der Fränkische Tag erscheint im Landkreis mit seiner Ausgabe E, u.a. für Ebern, Eltmann und Zeil am Main. Hinzu kommt die Neue Presse, die seit 2024 nicht mehr mit einer eigenen Haßberge-Ausgabe auf dem Markt ist. Stattdessen erscheint eine gemeinsame Ausgabe „Coburg/Haßberge“. Erweitert wird das Angebot durch die „Main-Post Haßberge“. Deren gedruckte Ausgabe trägt je nach Verbreitungsgebiet die Kopftitel „Haßfurter Tagblatt“ oder „Bote vom Haßgau“ (Bereich Hofheim i.Ufr.). Inhaltlich unterscheiden sich beide Ausgaben jedoch nicht. Im Internet wird das Angebot ausschließlich...

Zukunft Ebern: Schlafstadt oder Mittelzentrum?

 

Ebern, ein Mittelzentrum in Unterfranken mit rund 7.300 Einwohnern, befindet sich in einer schwierigen Situation. In den letzten Jahren hat die Stadt eine Reihe von Rückschlägen hinnehmen müssen, die sich negativ auf ihre wirtschaftliche und soziale Entwicklung auswirken.

So wurde im Jahr 2021 die Chirurgische Station am Krankenhaus Ebern geschlossen, damals ging es um die Existenz von rund 60 Arbeitsplätzen. Eine Kurzzeitpflegeeinrichtung, welche die leere Station belegen sollte, ist immer noch nicht geschaffen. Auch die ehemalige Berufsschule Ebern wurde abgerissen, ohne dass eine alternative Nachnutzung für das Gebäude gesucht worden war. In der Innenstadt gibt es Leerstände, keine Cafés und kaum noch Speisegaststätten. Zuletzt hat der Automobilzulieferer Valeo angekündigt, am Standort Ebern 280 Arbeitsplätze abzubauen. All dies bedeutet einen schweren Verlust für Ebern und macht die Stadt für Arbeitnehmer/innen, Kunden und Touristen weniger gefragt.

Wie wird sich die Zukunft von Ebern gestalten?

Der Verlust von Arbeitsplätzen und Dienstleistungsangeboten lässt befürchten, dass Ebern weiter an Zentralität verlieren wird. Die Stadt wird weniger attraktiv für Unternehmen und Einwohner sein, was sich negativ auf die wirtschaftliche und soziale Entwicklung auswirken wird. Es gibt jedoch auch Anzeichen dafür, dass Ebern sich nicht kampflos geschlagen gibt. So wurde im Jahr 2023 der Ersatzneubau des Friedrich-Rückert-Gymnasiums fertiggestellt. Dies ist immerhin ein Signal, dass auf Bildung und Zukunftsinvestitionen gesetzt wird. Trotzdem braucht es verschiedene Szenarien, wie sich die weitere Zukunft von Ebern gestalten könnte:

Szenario 1: Ebern wird erweiterter Schulstandort

In diesem Szenario wird Ebern als Schulstandort ausgebaut. Z.B. wäre eine Fachschule für Kunststofftechnik und Faserverbundtechnologie denkbar. Die Region ist ein wichtiger Standort für die Kunststoffindustrie, und der Bedarf an qualifizierten Fachkräften in diesem Bereich ist groß. Schulen dieser Art gibt es nur in der weiteren Umgebung, zum Beispiel in Weißenburg in Bayern und Rehau bei Hof.

Die Gründung einer Fachschule oder Berufsfachschule in Ebern ist eine Möglichkeit, die Stadt wieder attraktiver zu machen und den Bedarf an Fachkräften in der Region zu decken. Die Stadt sollte sich daher mit den Unternehmen in der Region zusammensetzen und prüfen, welche Berufe in der Region am dringendsten benötigt werden.

Um die Gründung einer Fachschule oder Berufsfachschule in Ebern zu realisieren, müssten folgende Maßnahmen ergriffen werden:

– Die Stadt Ebern müsste sich mit den Unternehmen in der Region zusammensetzen, um den Bedarf an Fachkräften in diesem Bereich zu ermitteln

– Die Stadt müsste eine Machbarkeitsstudie in Auftrag geben, um die Voraussetzungen für die Gründung einer Fachschule zu prüfen

– Die Stadt müsste sich um die Klärung möglicher Finanzierungsmodelle bemühen

Wenn diese Maßnahmen erfolgreich umgesetzt werden, könnte die Gründung einer Fachschule für Kunststofftechnik und Faserverbundtechnologie in Ebern in den nächsten Jahren realisiert werden.

Szenario 2: Ebern wird ein Zentrum für Tourismus

In diesem Szenario wird Ebern ein Zentrum für nachhaltigen Tourismus. Die Stadt liegt in einer schönen Landschaft und hat eine Reihe von Sehenswürdigkeiten zu bieten. Dies könnte neue Arbeitsplätze im Tourismussektor schaffen und die Stadt wieder attraktiver machen.

Szenario 3: Ebern wird zu einer sogenannten „Schlafstadt“

In diesem Szenario wird Ebern zu einer Stadt, in der viele Menschen nur noch wohnen, aber nicht arbeiten. Die meisten Arbeitsplätze befinden sich in anderen Städten, die Pendler pendeln täglich zur Arbeit und zurück. Die Innenstadt von Ebern wird veröden und die Stadt wird an Bedeutung verlieren.

Engagement erforderlich

Welches Szenario eintritt, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Dazu gehören die wirtschaftliche Entwicklung in der Region, die Entwicklung realistischer Ideen und die Bereitschaft der Stadtverantwortlichen sowie der Bürgerinnen und Bürger, sich für die Zukunft ihrer Stadt zu engagieren.

Die Zukunft von Ebern ist ungewiss. Es gibt sowohl Risiken als auch Chancen. Die Stadt muss sich aktiv für die Zukunftsentwicklung einsetzen, um die negativen Entwicklungen zu stoppen und die Stadt wieder attraktiver zu machen. Auch Klappern gehört zum Handwerk: Nicht zuletzt sollten Hinweisschilder an den sieben Stadtzufahrten aufgestellt werden, die Ebern als Mittelzentrum ausweisen.

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