Seit 20 Jahren unterwegs zum Verkehrskonzept

Symbolbild KI Es gibt Themen in Ebern, die haben mittlerweile den Status eines kommunalpolitischen Langzeitprojekts erreicht. Sie sind immer da, wechseln gelegentlich die Überschrift, bekommen neue Arbeitskreise, Projektgruppen oder Beteiligungsformate – und kehren dennoch erstaunlich unverändert zurück. Das Verkehrsthema gehört dazu. Vielleicht sogar an die Spitze dieser besonderen Disziplin. Wer wissen möchte, wie lange man über ein Thema sprechen kann, ohne es abzuschließen, muss nicht nach Berlin oder Brüssel schauen. Ein Blick in die Eberner Stadtpolitik genügt. Dort wird seit mehr als 20 Jahren über den Verkehr diskutiert. Und zwar mit einer bemerkenswerten Ausdauer. Fast könnte man meinen, die Debatte selbst sei inzwischen Teil des Stadtbildes geworden – gleich neben Grauturm, Neptunbrunnen und Marktplatz. Nur der Naturfriedhof kommt bei der Dauer ungefähr mit Dabei ist die Idee eines Verkehrskonzepts keineswegs neu. Im Gegenteil. Wer alte Websites [➚] durchsieht, stößt schnell...

Abwanderung ade! Comeback der Bahn kann ländlichen Raum aufblühen lassen


Der Bahnlückenschluss zwischen Bad Rodach und Hildburghausen zur Werrabahn ist ein kontroverses Thema. Befürworter argumentieren mit den Vorteilen für Pendler, Touristen und die Wirtschaft. Kritiker bezweifeln die Wirtschaftlichkeit und Rentabilität des Projektes.

Seit Jahrzehnten wird immer wieder über eine neue Schienenverbindung zwischen Bad Rodach und Hildburghausen gesprochen. Bisher scheiterte das Projekt aus verschiedenen Gründen, insbesondere an der in Frage gestellten Wirtschaftlichkeit. Ein neues Gutachten bewertet nun den Lückenschluss erneut, wobei zwei Trassenvarianten im Raum stehen.

Die südliche Variante führt entlang des Kurparks von Bad Rodach, die nördliche Variante würde einen neuen Bahnhof fernab des Stadtzentrums erfordern. Beide Optionen haben Vor- und Nachteile, die noch in einem Raumordnungsverfahren abgewogen werden müssten, sollte es dazu kommen.

Der Bad Rodacher Bürgermeister Tobias Ehrlicher befürwortet grundsätzlich einen Bahnlückenschluss, sieht aber auch die Herausforderungen. Hingegen lehnt der Bürgermeister aus Straufhain das Projekt strikt ab und bezweifelt die prognostizierte Nachfrage. Dafür betont Landtagsabgeordneter Martin Mittag (CSU) die Bedeutung von Infrastrukturprojekten für den ländlichen Raum und plädiert für eine transparente und umfassende Einbeziehung aller Beteiligten.

Die Bahnverbindung würde etwa dreizehn Kilometer lang sein und eine Fahrzeit von ca. 15 Minuten ermöglichen. Die IHK Coburg misst dem Projekt einen „überragenden Stellenwert“ bei. Allerdings wurden die Kosten für den Streckenbau bereits vor einigen Jahren auf „mehr als 100 Millionen Euro“ geschätzt – ein astronomisch hoher Preis. Zur Zeit ist es daher unklar, ob und wann die Strecke tatsächlich erstellt werden kann.

Bamberg – Ebern – und vielleicht auch wieder weiter?

In diesem Zusammenhang könnte auch wieder die Frage nach einer Verlängerung der benachbarten Bahnlinie von Bamberg nach Ebern diskutiert werden. Als mögliche Varianten kämen Ebern – Maroldsweisach – Bad Neustadt oder eben auch Hildburghausen in Frage.

Die Hildburghausen-Variante könnte Synergieeffekte mit dem Bau des neuen Bad Rodacher Werrabahn-Astes schaffen. Sowohl Bad Neustadt als auch Hildburghausen sind wichtige Anknüpfungspunkte an weitergehende Bahnstrecken. Von Bad Neustadt aus geht es weiter Richtung Meiningen, und Eisenach ist über Hildburghausen zu erreichen.

Die Verlängerung der Eberner Bahnstrecke könnte daher auch für den überregionalen Bahnverkehr relevant sein. Es wäre jedoch eine detaillierte Bedarfsprüfung erforderlich, um festzustellen, ob ein ausreichender Bedarf für eine Verlängerung der Strecke besteht. Verkehrswende und Energiewende sprechen jedenfalls bereits dafür.

Dann könnte ein attraktives und effizientes Schienennetz im ländlichen Raum entstehen, das den Bedürfnissen der Bevölkerung und der Wirtschaft nach besserer Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr gerecht wird.

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