Ehemaliges Krankenhaus Ebern: BRK sucht Personal für Kurzzeitpflege vor dem Start

Nun ist das Rote Kreuz am Zug: Nachdem Haßberge-Landrat Wilhelm Schneider (CSU) über Jahre hinweg immer wieder die Einrichtung einer Kurzzeitpflege im Gebäude des inzwischen geschlossenen Krankenhauses Ebern angekündigt hatte, ohne dass diese tatsächlich umgesetzt wurde, übernimmt aktuell der BRK-Kreisverband Haßberge die praktische Umsetzung. Bereits vor Jahren registrierten die örtlichen Medien, dass sich die ursprünglich angekündigte Realisierung immer weiter verzögerte. Im September 2022 war an die Haßberg-Kliniken ein Förderscheck in Höhe von 1,96 Millionen Euro für die Errichtung einer Kurzzeitpflege öffentlich übergeben worden. Der Scheck wurde jedoch später wohl still zurückgegeben – ein Vorgang, der für Verwunderung sorgte. In der öffentlichen Diskussion war von einem abgetauchten Förderbescheid die Rede. Parallel dazu wurde immer wieder der Gedanke laut, die Versprechen rund um die Kurzzeitpflege seien vor allem dazu gedacht gewesen, den Widerstand gegen die Klinikschließun...

Neuer Wohlfühlort für Senioren im Schloss Gleusdorf?


Nach einem zurückliegenden turbulenten Jahrzehnt mit unfreiwilliger Schließung der Seniorenresidenz im Jahr 2021 und einem Besitzerwechsel im Jahr 2023 soll neues Leben in Schloss Gleusdorf einziehen. Die „Activa Deutschland GmbH“ als neue Eigentümerin plant 34 „betreute Wohnungen“ im historischen Ambiente des Schlosses und in einem Neubau hinter dem Schloss.

Die Pläne stießen bei der Gemeinde Untermerzbach auf Zustimmung, so dass die Bauvoranfrage einstimmig befürwortet wurde. Allerdings müssen noch weitere Aspekte, zum Beispiel der Denkmalschutz, geprüft werden.

Eine frühere Bauvoranfrage war abgelehnt worden, worauf der Investor beim Verwaltungsgericht in Würzburg geklagt hatte. Daraufhin wurden die Pläne überarbeitet und abgespeckt. Nun ist das Landratsamt Haßberge am Zug. Die endgültige Entscheidung über die Bauvoranfrage steht damit noch aus.

Der Bürgermeister von Untermerzbach sieht das Projekt schon positiv und erhofft sich eine Nachnutzung des Schlossareals. Schloss Gleusdorf soll dann nicht nur ein historisches Gebäude sein, sondern auch ein Ort, an dem Senioren eine betreute Wohnmöglichkeit finden.

Betreutes Wohnen: Was ist das?

Die Bezeichnung „betreutes Wohnen“ (oder vielleicht besser: „Service-Wohnen“) ist nicht gesetzlich geschützt. Es gibt keine rechtlich verbindlichen Vorgaben für solche Angebote, wohl auch nicht im Baurecht – letzteres spielt für die zukünftige Nutzung von Schloss Gleusdorf eine wichtige Rolle.

Im Allgemeinen wohnen Mieter in den sogenannten betreuten Wohnungen, aber auch Eigentumserwerb ist bei dieser Wohnform – je nach Anbieter – möglich. Dabei können – abhängig vom jeweiligen Anbieter – unterschiedliche Unterstützungsangebote in Anspruch genommen werden, beispielsweise die Vermittlung von Pflegeleistungen, Essens- und Wäscheservice usw.

Die Verbraucherzentrale [➚] rät Interessierten, verschiedene Einrichtungen zu besichtigen und Kosten sowie Leistungen genau zu vergleichen. Die Bezeichnung „betreutes Wohnen“ kann laut Verbraucherzentrale nämlich missverständlich sein, weil die Angebote der verschiedenen Anbieter sehr unterschiedlich ausfallen und eventuell falsche Erwartungshaltungen auslösen können.

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