Bürgermeisterwahl: Wer soll Ebern aus der Krise führen?

Am 8.3.26 wählen die Bürgerinnen und Bürger in Ebern einen neuen Bürgermeister. Zur Wahl stehen mit Jürgen Hennemann (SPD), Harald Pascher (FDP) und Isabell Zimmer (CSU) zwei Männer und eine Frau. Der Wahlkampf verläuft bislang vergleichsweise ruhig. Inhaltlich setzen die drei Kandidaten unterschiedliche Akzente, zugleich gibt es thematische Überschneidungen. Jürgen Hennemann (SPD) Jürgen Hennemann steht seit 2014 an der Spitze der Stadt und bewirbt sich erneut um das Amt. Sein Wahlkampfmotto lautet „Sozial. Fair. Kompetent.“ Auf der Internetseite der SPD erklärt er, er wolle weiterhin eine nachhaltige und zukunftsgerichtete Politik im Sinne sozialdemokratischer Grundwerte gestalten. Inhaltlich spricht Hennemann unter anderem über Maßnahmen zur Klimaanpassung, etwa Regenmulden am Straßenrand, die Bäume gratis mit Wasser versorgen sollen. Zudem bringt er eine Umgestaltung der Windrad-Ruine auf dem Bretzenstein zu einem Aussichtsturm ins Gespräch. Ein Teil seiner Aussagen betrifft die kü...

Windkraft am Tonberg: Widerstand erfolgreich – Chronologie

 

2016

Die Stadt Ebern und die „Gesellschaft zur Umsetzung erneuerbarer Technologieprojekte im Landkreis Haßberge mbH“ (GUT Haßberge) planen einen Windpark auf dem Tonberg bei Kirchlauter.

Der VLAB [➚] (Verein für Landschaftspflege und Artenschutz in Bayern) und die „Bürgerinitiative Pro Natur Tonberg“ sprechen sich aufgrund des Vorkommens von geschützten Tierarten wie Wespenbussard, Schwarzstorch, Graureiher und Wildkatze gegen das Projekt aus.

In einer umfangreichen Stellungnahme an das Landratsamt Haßberge weist der VLAB auf die hohe Artenvielfalt rund um den Tonberg hin und lehnt die Herausnahme von Flächen aus dem Landschaftsschutzgebiet des Naturparks Haßberge ab.

Der Nachweis von Schwarzstörchen im Bürgerwald rund um den Tonberg und dessen Anerkennung durch die Regierung von Unterfranken führen schließlich zum klaren Nein der Regierung zu Windkraftanlagen im Naturpark auf dem Tonberg.

Erfolg: Die GUT Haßberge stoppt die Planungen für den Windpark am Tonberg bei Kirchlauter.

2023

Die Stadt Ebern unter (dem damals wie heute gleichen Bürgermeister) Jürgen Hennemann (SPD) spricht sich erneut dafür aus, im Bereich Tonberg – Bürgerwald (bei Kirchlauter) Windkraftanlagen zu errichten. Zusätzlich möchte die Stadt auch auf dem Bretzenstein und am Hohlen Stein (Staatswald bei Reutersbrunn) solche Anlagen errichten, und zwar je vier bis sechs (!) Windräder.

Bürgermeister Hennemann betont, dass Windkraftanlagen in Naturparks nun erlaubt seien. Das Vorkommen von Schwarzstorch und Wildkatze im Bürgerwald erwähnt er nicht, obwohl gerade dies im Jahr 2016 zum unmissverständlichen Windpark-Aus durch die Regierung geführt hatte. An der Schutzwürdigkeit der betreffenden Tierarten hat sich nichts geändert; sie zu stören, ist nach wie vor nicht erlaubt.

2024

Die Stadt Ebern mit Bürgermeister Hennemann hält trotzdem weiterhin an ihren Windkraft-Plänen für den Tonberg fest und beschwört damit einen neuen Konflikt unter den beiden Nachbargemeinden herauf: In Kirchlauter und den umliegenden Ortschaften regt sich Widerstand gegen die Pläne aus Ebern. Aus Kirchlauterer Sicht würde das direkt an den Tonberg angrenzende eigene Gemeindegebiet verschandelt. Die Eberner würden diesen Standort hauptsächlich deswegen befürworten, weil sie wegen der günstigen Windhöffigkeit gute Einnahmen erwarteten.

Gemeinderat Kirchlauter lehnt Windpark am Tonberg ab

In der aktuellen Sitzung des Gemeinderats Kirchlauter unter Bürgermeister Kandler sprechen sich die Gemeinderäte einstimmig dafür aus, die Pläne der Stadt Ebern abzulehnen und die Verwaltung zu beauftragen, Argumentationsgrundlagen gegen die Windkraft am Tonberg zu sammeln.

Immerhin ist der Tonberg ein beliebtes Ausflugsziel und Naherholungsgebiet; er befindet sich inmitten des Naturparks Haßberge. Das Naturschutzgebiet Stachelberg und ein FFH-Gebiet sowie Kirchlauter liegen in umittelbarer Nähe des Tonbergs. Das Gebiet ist ein sensibler Naturraum mit einer vielfältigen Tier- und Pflanzenwelt.

Die Errichtung von Windkraftanlagen könnte negative Auswirkungen auf die Umwelt haben, beispielsweise durch die Tötung von Vögeln und Fledermäusen oder durch die Zerstörung von Lebensräumen. Darüber hinaus würden die Windkraftanlagen das Landschaftsbild im Naturpark stark beeinträchtigen und so den Freizeitwert des Tonbergs mindern.

Es ist daher wichtig, eine sorgfältige Abwägung der verschiedenen Interessen vorzunehmen. Die Energiewende ist notwendig, aber sie darf nicht zu Lasten von Mensch und Umwelt gehen.

Der Widerstand gegen die beabsichtigten Windkraftanlagen am Tonberg zeigt, dass die Energiewende ein komplexes Thema ist, bei dem verschiedene Interessen und Bedürfnisse berücksichtigt werden müssen. Es ist wichtig, dass ein Dialog zwischen allen Beteiligten stattfindet, um eine Lösung zu finden, die für alle akzeptabel ist.

Argumente gegen die Windkraftanlagen am Tonberg

Naturschutz: Der Tonberg liegt im Naturpark Haßberge und beherbergt eine Vielzahl von geschützten Tierarten, darunter Schwarzstorch und Wildkatze.

Tourismus: Windkraftanlagen zerstören das Landschaftsbild und beeinflussen den Tourismus in der Region negativ.

Lärmbelastung: Windkraftanlagen erzeugen Lärm, der für Anwohner/innen und Tiere eine Belastung darstellt.

Schattenwurf: Der Schattenwurf von Windkraftanlagen kann zu Beeinträchtigungen von Flora und Fauna führen.

Offene Fragen

Wird die Stadt Ebern ihre Pläne für die Windkraftanlagen am Tonberg aufgeben?

Werden die Bürger/innen und Gemeinden der Region weiterhin Widerstand gegen die Windkraftanlagen leisten?

Wie kann die Energiewende in Bayern gestaltet werden, ohne die Natur und die Bedürfnisse der Menschen zu beeinträchtigen?

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