Von Ebern bis Coburg: Regionale Tageszeitungen verlieren weiter Leser/innen

Die hiesigen Tageszeitungen haben im 1. Quartal 2026 erneut an verkaufter Auflage verloren. Das zeigt ein Vergleich der aktuellen IVW-Zahlen [➚] mit dem 1. Quartal des Vorjahres. Betroffen sind alle untersuchten Titel. Wie stark die Rückgänge ausfallen, unterscheidet sich allerdings deutlich. Aus regionaler Sicht lohnt sich dabei vor allem der Blick auf die drei Zeitungen, die im Landkreis Haßberge vertreten sind. Der Fränkische Tag erscheint im Landkreis mit seiner Ausgabe E, u.a. für Ebern, Eltmann und Zeil am Main. Hinzu kommt die Neue Presse, die seit 2024 nicht mehr mit einer eigenen Haßberge-Ausgabe auf dem Markt ist. Stattdessen erscheint eine gemeinsame Ausgabe „Coburg/Haßberge“. Erweitert wird das Angebot durch die „Main-Post Haßberge“. Deren gedruckte Ausgabe trägt je nach Verbreitungsgebiet die Kopftitel „Haßfurter Tagblatt“ oder „Bote vom Haßgau“ (Bereich Hofheim i.Ufr.). Inhaltlich unterscheiden sich beide Ausgaben jedoch nicht. Im Internet wird das Angebot ausschließlich...

Ostern 1823: Ein Dichter kehrt zurück


An diesem Osterfest jährt sich zum 201. Mal ein denkwürdiges Ereignis in der Geschichte der Stadt Ebern: Der berühmte Dichter Friedrich Rückert kehrte 1823, zwei Jahre nach seiner Hochzeit, mit Frau Luise und Sohn in seine Heimatstadt zurück.

Rückert war in Ebern aufgewachsen und hatte hier seine Jugendliebe, die Wirtstochter Marielies Geuß, kennengelernt. Doch die Liebe war unerwidert: Marielies heiratete 1816 einen anderen Mann, einen Koch aus Coburg.

Trotz des schmerzhaften Abschieds kehrte Rückert immer wieder gerne nach Ebern zurück. Ostern 1823 nutzte er die Gelegenheit, um an der Konfirmation seiner Schwester in der Kirche von Eyrichshof teilzunehmen.

Nach der Feier begab er sich zum Gasthaus „Specke“, wo er einst Marielies kennengelernt hatte. In Erinnerungen schwelgend, pflückte er im Garten Blumen und überreichte sie seiner Frau mit den Worten: „Hier, Frau, nimm! Es sind Blumen von Amaryllis.“

Marielies war zu diesem Zeitpunkt nicht mehr auf der „Specke“ anzutreffen. Sie lebte mit ihrem Mann und ihren fünf Kindern in Coburg und bereute es später bitter, den Dichter zurückgewiesen zu haben. Ihr Leben war nicht glücklich. Gram, Kummer und harte Arbeit ließen sie früh altern und führten 1835 im Alter von nur 38 Jahren zu ihrem Tod.

Rückert hingegen fand sein Glück in der Ehe. Er und seine Frau Luise hatten zehn Kinder und führten ein erfülltes Leben.

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