Bürgermeisterwahl: Wer soll Ebern aus der Krise führen?

Am 8.3.26 wählen die Bürgerinnen und Bürger in Ebern einen neuen Bürgermeister. Zur Wahl stehen mit Jürgen Hennemann (SPD), Harald Pascher (FDP) und Isabell Zimmer (CSU) zwei Männer und eine Frau. Der Wahlkampf verläuft bislang vergleichsweise ruhig. Inhaltlich setzen die drei Kandidaten unterschiedliche Akzente, zugleich gibt es thematische Überschneidungen. Jürgen Hennemann (SPD) Jürgen Hennemann steht seit 2014 an der Spitze der Stadt und bewirbt sich erneut um das Amt. Sein Wahlkampfmotto lautet „Sozial. Fair. Kompetent.“ Auf der Internetseite der SPD erklärt er, er wolle weiterhin eine nachhaltige und zukunftsgerichtete Politik im Sinne sozialdemokratischer Grundwerte gestalten. Inhaltlich spricht Hennemann unter anderem über Maßnahmen zur Klimaanpassung, etwa Regenmulden am Straßenrand, die Bäume gratis mit Wasser versorgen sollen. Zudem bringt er eine Umgestaltung der Windrad-Ruine auf dem Bretzenstein zu einem Aussichtsturm ins Gespräch. Ein Teil seiner Aussagen betrifft die kü...

Schuldenkrise in Ebern: Stadt stützt sich auf Kredite


Die Stadt Ebern steht vor finanziellen Herausforderungen, die sie zwingen, ihre Ausgaben mit Hilfe von Krediten zu bewältigen. Ein Blick auf die aktuellen Zahlen verdeutlicht die prekäre Lage: Im Jahr 2024 werden die Gesamtschulden voraussichtlich auf 6,5 Millionen Euro anwachsen, ein deutlicher Anstieg gegenüber den bereits vorhandenen 4,6 Millionen Euro zu Beginn des Jahres. Die Stadtverwaltung plant, den Haushalt durch Kredite in Höhe von 2,5 Millionen Euro auszugleichen.

Die Ursachen dieser finanziellen Schieflage sind vielfältig und reichen bis auf Bundesebene. Der Bund der Steuerzahler e.V. betont, dass die Aufnahme von Krediten für Kommunen nur als letzte Option in Betracht gezogen werden sollte. In der Vergangenheit haben jedoch viele Kommunen regelmäßig auf Kredite zurückgegriffen, um ihre Ausgaben zu decken. Dies führte zu einer enormen Kommunalverschuldung, die sich in den Schuldenstatistiken von Bund und Ländern widerspiegelt.

Die Friedrich-Naumann-Stiftung weist darauf hin, dass Deutschlands Kommunen schon lange über ihre finanzielle Notlage klagen. Die Sparmaßnahmen der Vergangenheit haben sich als kontraproduktiv erwiesen, da sie zu einer Vernachlässigung der öffentlichen Infrastruktur führten. Mittlerweile sind dringende Investitionen in Projekte wie z.B. Straßenbau, Abwasserkanäle und kommunale Schwimmbäder unumgänglich. Gleichzeitig übertragen Bund und Länder immer mehr Aufgaben auf die Kommunen, ohne ausreichende finanzielle Unterstützung zu gewähren. Dieser Konsolidierungsdruck führt dazu, dass viele Kommunen wie Ebern vor kaum lösbaren finanziellen Herausforderungen stehen.

Besonders belastend für Ebern ist die hohe Kreisumlage, die der Stadt auferlegt wird. Mit 5,1 Millionen Euro ist die Umlage an den Landkreis Haßberge außerordentlich hoch und stellt eine extreme finanzielle Belastung dar. Diese Erhöhung der Umlage seitens des Kreistages Haßberge hat direkte Auswirkungen auf die finanzielle Situation der Stadt Ebern und anderer kreisangehöriger Gemeinden.

Die Situation in Ebern spiegelt die finanziellen Schwierigkeiten vieler Kommunen in Deutschland wider. Um den Haushalt zu entlasten, hat Ebern bereits Sparmaßnahmen ergriffen. Im Baugebiet Mannlehen und in Reutersbrunn wurde die Straßenbeleuchtung nachts probeweise ausgeschaltet. Diese Maßnahme führte dort zu einer Stromeinsparung von 27 % während der Zeit von 1:00 bis 4:00 Uhr morgens, freilich nur ein Tropfen auf den heißen Stein.

Eine umfassende Verwaltungsreform und eine gerechtere Verteilung der finanziellen Lasten zwischen Bund, Ländern und Kommunen sind dringend erforderlich, um langfristig eine nachhaltige finanzielle Stabilität auf kommunaler Ebene zu gewährleisten.

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