Bürgermeisterwahl: Wer soll Ebern aus der Krise führen?

Am 8.3.26 wählen die Bürgerinnen und Bürger in Ebern einen neuen Bürgermeister. Zur Wahl stehen mit Jürgen Hennemann (SPD), Harald Pascher (FDP) und Isabell Zimmer (CSU) zwei Männer und eine Frau. Der Wahlkampf verläuft bislang vergleichsweise ruhig. Inhaltlich setzen die drei Kandidaten unterschiedliche Akzente, zugleich gibt es thematische Überschneidungen. Jürgen Hennemann (SPD) Jürgen Hennemann steht seit 2014 an der Spitze der Stadt und bewirbt sich erneut um das Amt. Sein Wahlkampfmotto lautet „Sozial. Fair. Kompetent.“ Auf der Internetseite der SPD erklärt er, er wolle weiterhin eine nachhaltige und zukunftsgerichtete Politik im Sinne sozialdemokratischer Grundwerte gestalten. Inhaltlich spricht Hennemann unter anderem über Maßnahmen zur Klimaanpassung, etwa Regenmulden am Straßenrand, die Bäume gratis mit Wasser versorgen sollen. Zudem bringt er eine Umgestaltung der Windrad-Ruine auf dem Bretzenstein zu einem Aussichtsturm ins Gespräch. Ein Teil seiner Aussagen betrifft die kü...

Lokalzeitungen im Kreis Haßberge verscherzen sich Leserschaft


In einer Zeit, in der der Lokaljournalismus mehr und mehr an Bedeutung verliert, werfen die aktuellen Zahlen der Auflagenentwicklung im Landkreis Haßberge ein besorgniserregendes Licht auf die Situation. Die Daten, erhoben von der Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern e.V. (IVW), zeigen einen deutlichen Rückgang der verkauften Auflagen bei den drei Lokalzeitungen im Quartalsvergleich von 1/2023 zu 1/2024.

Der Fränkische Tag Haßberge, eine der traditionsreichen Stimmen der Region, verzeichnete einen Schwund von 7,95 %, während die Neue Presse Haßberge einen Rückgang von 4,19 % verzeichnete. Auch die Main-Post Haßberge, mit ihrer Schwerpunkt-Berichterstattung über Haßfurt und Hofheim, musste ein Minus von 7,25 % hinnehmen. Dieser Trend hält seit vielen Jahren an.

Die Zahlen werfen einen Schatten auf die Zukunft des Lokaljournalismus. Denn je mehr der Lokaljournalismus aus den Städten verschwindet, desto mehr schwindet auch der demokratische Diskurs auf regionaler Ebene. Statt einer ausgewogenen Berichterstattung und einer objektiven Informationsquelle, könnten die oft euphemistischen PR-Artikel von Pressesprechern aus allen Richtungen die Oberhand gewinnen.

Ein Blick auf die Gründe hinter diesem Rückgang zeigt verschiedene Faktoren. Die Digitalisierung und das veränderte Leseverhalten spielen eine Rolle. Immer mehr Menschen beziehen ihre Nachrichten online oder über soziale Medien. Die Zeitung als gedrucktes Medium verliert daher kontinuierlich an Reichweite.

Auch die wirtschaftliche Situation der Verlage und der damit einhergehende Stellenabbau im Lokaljournalismus haben Auswirkungen auf die Qualität und Vielfalt der Berichterstattung. Weniger Journalisten bedeuten weniger Ressourcen für Recherche und Hintergrundberichte, was wiederum die Leserbindung beeinträchtigt.

Die Verlagshäuser stehen vor der Herausforderung, sich in diesem Wandel zu behaupten und neue Wege zu finden, um ihre Leserschaft zu erreichen und zu binden. Digitale Angebote, wie Online-Ausgaben und Apps, sind hierbei nur ein Teil der Lösung. Es bedarf auch einer inhaltlichen Neuausrichtung, die den Bedürfnissen der Leserinnen und Leser im digitalen Zeitalter gerecht wird.

Der Rückgang der Auflagenzahlen im Landkreis ist somit nicht nur ein statistisches Phänomen, sondern ein Alarmsignal für die Zukunft des Lokaljournalismus. Es gilt, die Herausforderungen anzunehmen und mit innovativen Ansätzen und einer stärkeren Fokussierung auf Qualität und Relevanz den demokratischen Diskurs auf regionaler Ebene zu stärken.

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