Ende kleiner Kliniken: Buch erklärt Entwicklungen wie in Ebern

Symbolbild Ebern steht beispielhaft für eine Entwicklung im Gesundheitswesen, die viele Regionen betrifft: das Verschwinden kleiner Kliniken wie dem Krankenhaus Ebern, das Ende 2025 geschlossen wurde. Der Arzt und Autor Dr. med. Thomas Strohschneider [➚] setzt sich in seinem Buch „Krankenhaus im Ausverkauf“ mit den tiefgreifenden Veränderungen im Gesundheitswesen auseinander und nimmt dabei insbesondere die Situation der Krankenhäuser in den Blick. Die Lektüre liefert damit nicht nur eine allgemeine Analyse, sondern gewinnt vor Ort eine besondere Relevanz. Strohschneider, langjährig als Chefarzt in einer privatwirtschaftlich geführten Klinik tätig, schildert in seinem Buch eindrücklich, wie sich das Gesundheitswesen in den vergangenen Jahren gewandelt hat. Seine Ausführungen lassen erkennen, dass wirtschaftliche Überlegungen zunehmend an Einfluss gewinnen. Krankenhäuser seien längst nicht mehr ausschließlich Orte der medizinischen Versorgung, sondern würden immer häufiger auch als wir...

Modernes Altenheim am Stadtrand: Eberns Senioren brauchen asphaltierte Wege


Am letzten Wochenende im Juli 2024 fand in Ebern ein bemerkenswerter Umzug statt: 64 Seniorinnen und Senioren des Altenheims der Diakonie wechselten von der Kapellenstraße in einen modernen Neubau im Neubaugebiet „Mannlehen“. Der Wechsel vom Altbau in der zentral gelegenen Altstadt an den äußeren Stadtrand war nicht nur eine logistische Herausforderung, sondern bringt auch einige Veränderungen und Herausforderungen für die Bewohner/innen mit sich.

Die Planungen und Vorbereitungen für den Umzug liefen über mehrere Monate. Zahlreiche Helfer, darunter Angehörige und die Eberner Feuerwehr, unterstützten den reibungslosen Ablauf. Der neue Standort bietet moderne Einrichtungen und mehr Platz, doch die Lage am Stadtrand hat auch ihre Nachteile. Der bisherige zentrale Standort ermöglichte es den rüstigeren Senioren, problemlos die Innenstadt mit all ihren Annehmlichkeiten zu Fuß zu erreichen. Dies ist nun kaum mehr der Fall.

So ist der Fußweg vom neuen Altenheim in die Stadtmitte lang und momentan nicht vollständig asphaltiert, was besonders für Rollstuhlfahrer und Nutzer von Rollatoren eine erhebliche Einschränkung darstellt. Zwar wurde ein Teil des Weges bereits asphaltiert, doch das letzte Stück bleibt geschottert, da die Stadt Ebern plant, die Asphaltierung erst dann abzuschließen, wenn die Erschließung der Baugrundstücke hinter der Mittelschule abgeschlossen ist – ein Prozess, der noch Jahre dauern könnte.

Das alte Altenheim in der Kapellenstraße war nicht nur ein Wohnort, sondern bot auch eine soziale Anbindung zur Eberner Stadtmitte. Etliche der Bewohner/innen konnten eigenständig die Eisdiele oder den „Markt der Generationen“ in der Bahnhofstraße besuchen und so am städtischen Leben teilhaben. Mit dem Umzug ins Neubaugebiet „Mannlehen“ erschwert sich dies.

Ein weiteres Beschwernis für die Bewohner ist die Entfernung zur Kirche. Im alten Altenheim war die Spitalkirche Teil des Gebäude-Ensembles und über einen Gang direkt zugänglich. Dies erleichterte den Kirchgang erheblich. Zwar soll im neuen Altenheim ein Andachtsraum eingerichtet werden, doch dieser kann das Gefühl der Abgeschiedenheit, das Bewohner vielleicht nun empfinden mögen, wohl nicht vollständig kompensieren.

Es bleibt zu hoffen, dass die Stadt Ebern bald eine Lösung für die vollständige Asphaltierung des Fußwegs findet, um den Senioren des neuen Altenheims den Zugang zur Stadtmitte und damit ein Stück Lebensqualität zu erhalten.

Kommentare