Bürgermeisterwahl: Wer soll Ebern aus der Krise führen?

Am 8.3.26 wählen die Bürgerinnen und Bürger in Ebern einen neuen Bürgermeister. Zur Wahl stehen mit Jürgen Hennemann (SPD), Harald Pascher (FDP) und Isabell Zimmer (CSU) zwei Männer und eine Frau. Der Wahlkampf verläuft bislang vergleichsweise ruhig. Inhaltlich setzen die drei Kandidaten unterschiedliche Akzente, zugleich gibt es thematische Überschneidungen. Jürgen Hennemann (SPD) Jürgen Hennemann steht seit 2014 an der Spitze der Stadt und bewirbt sich erneut um das Amt. Sein Wahlkampfmotto lautet „Sozial. Fair. Kompetent.“ Auf der Internetseite der SPD erklärt er, er wolle weiterhin eine nachhaltige und zukunftsgerichtete Politik im Sinne sozialdemokratischer Grundwerte gestalten. Inhaltlich spricht Hennemann unter anderem über Maßnahmen zur Klimaanpassung, etwa Regenmulden am Straßenrand, die Bäume gratis mit Wasser versorgen sollen. Zudem bringt er eine Umgestaltung der Windrad-Ruine auf dem Bretzenstein zu einem Aussichtsturm ins Gespräch. Ein Teil seiner Aussagen betrifft die kü...

Ebern bangt: Hallstadt und Hirschaid im Wettlauf um das neue Gymnasium


Am 28.11.24 werden die Mitglieder des Zweckverbandes für die Gymnasien in Bamberg Stadt und Landkreis eine wegweisende Entscheidung treffen. Es geht um die Standortwahl für ein neues Gymnasium, das dringend benötigt wird, um dem steigenden Bedarf in der Region gerecht zu werden. Zwei mögliche Standorte stehen zur Diskussion: Hallstadt und Hirschaid. Diese Entscheidung wird nicht nur die Bildungslandschaft im Landkreis Bamberg betreffen, sondern kann auch Auswirkungen auf den Nachbarlandkreis Haßberge haben.

Die Grundlage für die bevorstehende Entscheidung ist eine im Juli 2024 durchgeführte Untersuchung, die einen signifikanten Anstieg der Schülerzahlen in der Region prognostiziert. Aktuell besuchen rund 5.600 Schüler die Gymnasien im Landkreis Bamberg. Diese Zahl wird bis zum Jahr 2031 voraussichtlich auf etwa 7.000 ansteigen. Angesichts dieser Entwicklung ist ein neues Gymnasium unerlässlich, um die Schüler angemessen zu betreuen und die Qualität der Bildung zu sichern.

Oberbürgermeister Andreas Starke und Landrat Johann Kalb vom Zweckverband Bamberg haben betont, dass die bevorstehende Entscheidung sorgfältig abgewogen wird. In Gesprächen mit Vertretern der benachbarten Landkreise Erlangen-Höchstadt und Forchheim gab es keine nennenswerten Bedenken hinsichtlich der beiden Standorte. Im Gegensatz dazu sieht der Landrat des Landkreises Haßberge, Wilhelm Schneider, den Standort Hallstadt kritisch. Er befürchtet, dass die Eröffnung eines Gymnasiums in Hallstadt 155 Schüler aus dem Gymnasium Ebern abziehen könnte, was für die Bildungseinrichtung eine existenzielle Bedrohung darstellen würde.

Das Gymnasium Ebern hat derzeit 556 Schüler, die auf drei Klassen pro Jahrgang verteilt sind. Sollte ein Gymnasium in Hallstadt errichtet werden, könnte Ebern nur noch zwei Klassen pro Jahrgang anbieten, was zu einem Verlust von Schülern und letztendlich zu einem Wegfall des neusprachlichen Zweiges führen könnte. Dieser Aspekt ist für die Schulgemeinschaft in Ebern alarmierend, da ein solches Szenario die Vielfalt der Bildungsangebote stark einschränken würde.

Das Gutachten des Zweckverbandes Bamberg untermauert die Bedenken von Landrat Schneider: Mit der räumlichen Nähe zu Hallstadt würde das Gymnasium Ebern in direkter Konkurrenz stehen und somit ernsthaft um Schüler kämpfen müssen. Dies könnte nicht nur die Anzahl der Klassen, sondern auch die Schulstruktur in Ebern gefährden. Während Hallstadt zwar als zentraler Standort gilt, bringt die Debatte um Hirschaid keine vergleichbaren Bedenken mit sich. Die Schülerzahlen in den Nachbarlandkreisen würden dort nicht beeinträchtigt.

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