Seit 20 Jahren unterwegs zum Verkehrskonzept

Symbolbild KI Es gibt Themen in Ebern, die haben mittlerweile den Status eines kommunalpolitischen Langzeitprojekts erreicht. Sie sind immer da, wechseln gelegentlich die Überschrift, bekommen neue Arbeitskreise, Projektgruppen oder Beteiligungsformate – und kehren dennoch erstaunlich unverändert zurück. Das Verkehrsthema gehört dazu. Vielleicht sogar an die Spitze dieser besonderen Disziplin. Wer wissen möchte, wie lange man über ein Thema sprechen kann, ohne es abzuschließen, muss nicht nach Berlin oder Brüssel schauen. Ein Blick in die Eberner Stadtpolitik genügt. Dort wird seit mehr als 20 Jahren über den Verkehr diskutiert. Und zwar mit einer bemerkenswerten Ausdauer. Fast könnte man meinen, die Debatte selbst sei inzwischen Teil des Stadtbildes geworden – gleich neben Grauturm, Neptunbrunnen und Marktplatz. Nur der Naturfriedhof kommt bei der Dauer ungefähr mit Dabei ist die Idee eines Verkehrskonzepts keineswegs neu. Im Gegenteil. Wer alte Websites [➚] durchsieht, stößt schnell...

Schweinfurt im Verkehrsverbund NVM: Kritik an der Nahverkehrsreform


Es war die Entscheidung unterfränkischer Kommunalpolitiker, einen eigenen Verkehrsverbund, den NVM, ins Leben zu rufen, anstatt dem bewährten Verkehrsverbund Großraum Nürnberg (VGN) beizutreten. Der VGN hätte mit seiner erprobten Struktur und einer breiten, funktionierenden Tarifpalette punkten können. Nun knirscht es beim neuen Verkehrsverbund Mainfranken, dem NVM.

So erhebt die Initiative ZUKUNFT.ödp [➚] deutliche Kritik an der aktuellen Neustrukturierung des öffentlichen Nahverkehrs (ÖPNV) in Schweinfurt im Zuge des Beitritts zum Verkehrsverbund NVM ab dem 1.1.25. Neben der Einführung des neuen digitalen Ticketsystems „SWeasy“ stehen vor allem gestiegene Kosten, eine problematische Kommunikation und eine unzureichende Berücksichtigung älterer sowie analog orientierter Fahrgäste im Fokus.

Die Anpassungen führten zu erheblichen finanziellen Belastungen für die Fahrgäste. Einzelfahrten seien um 40 % teurer, während Preisvorteile nur über digitale Kanäle erreichbar sind. Für Senioren und technikferne Nutzer bedeute das System einen klaren Nachteil, da Rabatte wie beim „6er-Ticket“ ohne App nur umständlich erhältlich sind. Schüler ohne Anspruch auf eine kostenfreie Beförderung seien ebenfalls betroffen, da sie nun für jede Fahrt den vollen Preis zahlen müssten.

Auch die Innenstadt leide unter der Reform: Geänderte Linienführungen und die Verlegung von Haltestellen erschwerten die Anbindung. Besonders betroffen sei der Schweinfurter Marktplatz, den wichtige Buslinien nicht mehr bedienen. Dies dürfte negative Auswirkungen auf Geschäfte und den Wochenmarkt haben.

Die Initiative fordert eine Sondersitzung des Stadtrates Schweinfurt, um wesentliche Nachbesserungen zu erreichen. Zentrale Anliegen sind eine fairere Preisgestaltung, eine verbesserte Kommunikation und ein durchdachteres Konzept, das soziale und ökologische Aspekte berücksichtige.

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