Von Ebern bis Coburg: Regionale Tageszeitungen verlieren weiter Leser/innen

Die hiesigen Tageszeitungen haben im 1. Quartal 2026 erneut an verkaufter Auflage verloren. Das zeigt ein Vergleich der aktuellen IVW-Zahlen [➚] mit dem 1. Quartal des Vorjahres. Betroffen sind alle untersuchten Titel. Wie stark die Rückgänge ausfallen, unterscheidet sich allerdings deutlich. Aus regionaler Sicht lohnt sich dabei vor allem der Blick auf die drei Zeitungen, die im Landkreis Haßberge vertreten sind. Der Fränkische Tag erscheint im Landkreis mit seiner Ausgabe E, u.a. für Ebern, Eltmann und Zeil am Main. Hinzu kommt die Neue Presse, die seit 2024 nicht mehr mit einer eigenen Haßberge-Ausgabe auf dem Markt ist. Stattdessen erscheint eine gemeinsame Ausgabe „Coburg/Haßberge“. Erweitert wird das Angebot durch die „Main-Post Haßberge“. Deren gedruckte Ausgabe trägt je nach Verbreitungsgebiet die Kopftitel „Haßfurter Tagblatt“ oder „Bote vom Haßgau“ (Bereich Hofheim i.Ufr.). Inhaltlich unterscheiden sich beide Ausgaben jedoch nicht. Im Internet wird das Angebot ausschließlich...

„Aktiv ins Mittelalter“ ohne Mittelaltermarkt: Der Deutsche Burgenwinkel wird 15


Im Jahr 2025 feiert der Zweckverband „Deutscher Burgenwinkel“ sein 15-jähriges Bestehen. Die Region um Ebern und Hofheim i.Ufr. blickt dann auf ihre Geschichte der touristischen Entwicklung zurück. Trotz der Herausforderungen im Nahverkehr und der begrenzten Erreichbarkeit vieler Burgruinen mit öffentlichen Verkehrsmitteln bleibt die Begeisterung für das Mittelalter und die malerische Landschaft ungebrochen.

Noch bis zum 16.3.25 präsentiert sich der Tourismusverein „Haßberge Tourismus e.V.“ auf der Freizeitmesse in Nürnberg. Im Fokus steht das Jubiläum des Burgenwinkels, das unter dem Motto „Aktiv ins Mittelalter“ gefeiert wird. Ironischerweise entfällt der Mittelaltermarkt in Ebern ausgerechnet in diesem Jahr, doch einige andere Veranstaltungen wie der Burgenwinkel-Wandertag auf der Burgruine Raueneck sollen Besucher anlocken.

Der „Burgenwinkel-Express“, die Freizeitbuslinie 1159, soll Touristen (nur) sonn- und feiertags von Haßfurt über verschiedene Stationen nach Ebern bringen. Die Verkehrszeiten sind in diesem Jahr vom 1.5. bis zum 1.11.25 beschränkt, mit lediglich vier Fahrten je Richtung. Dabei wirft die Linienführung Fragen auf: Haßfurt gehört nicht zum Burgenwinkel und hat weder Burgruinen noch Schlösser zu bieten.

Die Strecke des Burgenwinkel-Expresses ist lang und verschlungen: Von Haßfurt über Königsberg i.Bay., Rügheim, Hofheim i.Ufr., Manau, Burgpreppach, Altenstein, Untermerzbach und Eyrichshof bis nach Ebern. Viele Haltestellen bieten nur eingeschränkte touristische Reize oder schlecht erreichbare Sehenswürdigkeiten. So liegt die Burgruine Raueneck weit außerhalb von Ebern und die Haltestelle Ebern selbst befindet sich an der Grundschule statt am Bahnhof – eine Herausforderung für ortsunkundige Reisende.

Paradoxerweise bewahrte die Zweckentfremdung als Nahverkehrsverbindung zwischen Haßfurt und Hofheim i.Ufr. die Linie bisher vor der Betriebseinstellung. Fahrgäste, die nicht aus touristischen Gründen unterwegs sind, sondern die Verbindung zwischen Haßfurt, Königsberg und Hofheim sonntags als einziges öffentliches Nahverkehrsangebot nutzen, stabilisieren die Fahrgastzahlen einigermaßen. Ein Schicksal, das die eingestellte Freizeitlinie „Heimat-Hopper“ nicht teilen konnte.

Der „Deutsche Burgenwinkel“ wurde 2009 gegründet, um die Burgruinen und Schlösser in den Altlandkreisen Ebern und Hofheim bekannter und zugänglicher zu machen. Altenstein mit seiner gut erhaltenen Burgruine ist eine der wenigen Haltestellen, die wirklich einen unmittelbaren touristischen Nutzen bietet. Andere Ziele wie die Burgruine Lichtenstein fehlen im Fahrplan komplett.

Die Idee, Geschichte und Natur erlebbar zu machen, ist nach wie vor charmant. Doch ohne eine Überarbeitung der Linienführung und ein besseres gastronomisches Angebot entlang der Strecke bleibt das volle Potenzial des Deutschen Burgenwinkels ungenutzt. Für die nächsten 15 Jahre wäre es wünschenswert, wenn der Fokus verstärkt auf die Bedürfnisse der Hauptzielgruppe – ältere Reisende – gelegt wird, um das einzigartige Kulturerbe der Region nachhaltig zu fördern.

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