Bürgermeisterwahl: Wer soll Ebern aus der Krise führen?

Am 8.3.26 wählen die Bürgerinnen und Bürger in Ebern einen neuen Bürgermeister. Zur Wahl stehen mit Jürgen Hennemann (SPD), Harald Pascher (FDP) und Isabell Zimmer (CSU) zwei Männer und eine Frau. Der Wahlkampf verläuft bislang vergleichsweise ruhig. Inhaltlich setzen die drei Kandidaten unterschiedliche Akzente, zugleich gibt es thematische Überschneidungen. Jürgen Hennemann (SPD) Jürgen Hennemann steht seit 2014 an der Spitze der Stadt und bewirbt sich erneut um das Amt. Sein Wahlkampfmotto lautet „Sozial. Fair. Kompetent.“ Auf der Internetseite der SPD erklärt er, er wolle weiterhin eine nachhaltige und zukunftsgerichtete Politik im Sinne sozialdemokratischer Grundwerte gestalten. Inhaltlich spricht Hennemann unter anderem über Maßnahmen zur Klimaanpassung, etwa Regenmulden am Straßenrand, die Bäume gratis mit Wasser versorgen sollen. Zudem bringt er eine Umgestaltung der Windrad-Ruine auf dem Bretzenstein zu einem Aussichtsturm ins Gespräch. Ein Teil seiner Aussagen betrifft die kü...

„Aktiv ins Mittelalter“ ohne Mittelaltermarkt: Der Deutsche Burgenwinkel wird 15


Im Jahr 2025 feiert der Zweckverband „Deutscher Burgenwinkel“ sein 15-jähriges Bestehen. Die Region um Ebern und Hofheim i.Ufr. blickt dann auf ihre Geschichte der touristischen Entwicklung zurück. Trotz der Herausforderungen im Nahverkehr und der begrenzten Erreichbarkeit vieler Burgruinen mit öffentlichen Verkehrsmitteln bleibt die Begeisterung für das Mittelalter und die malerische Landschaft ungebrochen.

Noch bis zum 16.3.25 präsentiert sich der Tourismusverein „Haßberge Tourismus e.V.“ auf der Freizeitmesse in Nürnberg. Im Fokus steht das Jubiläum des Burgenwinkels, das unter dem Motto „Aktiv ins Mittelalter“ gefeiert wird. Ironischerweise entfällt der Mittelaltermarkt in Ebern ausgerechnet in diesem Jahr, doch einige andere Veranstaltungen wie der Burgenwinkel-Wandertag auf der Burgruine Raueneck sollen Besucher anlocken.

Der „Burgenwinkel-Express“, die Freizeitbuslinie 1159, soll Touristen (nur) sonn- und feiertags von Haßfurt über verschiedene Stationen nach Ebern bringen. Die Verkehrszeiten sind in diesem Jahr vom 1.5. bis zum 1.11.25 beschränkt, mit lediglich vier Fahrten je Richtung. Dabei wirft die Linienführung Fragen auf: Haßfurt gehört nicht zum Burgenwinkel und hat weder Burgruinen noch Schlösser zu bieten.

Die Strecke des Burgenwinkel-Expresses ist lang und verschlungen: Von Haßfurt über Königsberg i.Bay., Rügheim, Hofheim i.Ufr., Manau, Burgpreppach, Altenstein, Untermerzbach und Eyrichshof bis nach Ebern. Viele Haltestellen bieten nur eingeschränkte touristische Reize oder schlecht erreichbare Sehenswürdigkeiten. So liegt die Burgruine Raueneck weit außerhalb von Ebern und die Haltestelle Ebern selbst befindet sich an der Grundschule statt am Bahnhof – eine Herausforderung für ortsunkundige Reisende.

Paradoxerweise bewahrte die Zweckentfremdung als Nahverkehrsverbindung zwischen Haßfurt und Hofheim i.Ufr. die Linie bisher vor der Betriebseinstellung. Fahrgäste, die nicht aus touristischen Gründen unterwegs sind, sondern die Verbindung zwischen Haßfurt, Königsberg und Hofheim sonntags als einziges öffentliches Nahverkehrsangebot nutzen, stabilisieren die Fahrgastzahlen einigermaßen. Ein Schicksal, das die eingestellte Freizeitlinie „Heimat-Hopper“ nicht teilen konnte.

Der „Deutsche Burgenwinkel“ wurde 2009 gegründet, um die Burgruinen und Schlösser in den Altlandkreisen Ebern und Hofheim bekannter und zugänglicher zu machen. Altenstein mit seiner gut erhaltenen Burgruine ist eine der wenigen Haltestellen, die wirklich einen unmittelbaren touristischen Nutzen bietet. Andere Ziele wie die Burgruine Lichtenstein fehlen im Fahrplan komplett.

Die Idee, Geschichte und Natur erlebbar zu machen, ist nach wie vor charmant. Doch ohne eine Überarbeitung der Linienführung und ein besseres gastronomisches Angebot entlang der Strecke bleibt das volle Potenzial des Deutschen Burgenwinkels ungenutzt. Für die nächsten 15 Jahre wäre es wünschenswert, wenn der Fokus verstärkt auf die Bedürfnisse der Hauptzielgruppe – ältere Reisende – gelegt wird, um das einzigartige Kulturerbe der Region nachhaltig zu fördern.

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