Das „Sozialportal Haßberge“ – was Senioren davon haben sollen

Symbolbild KI Mit dem Slogan „Willkommen auf dem Sozialportal Landkreis Haßberge!“ wirbt die Plattform „Sozialportal-Mainfranken.de“ um Nutzerinnen und Nutzer. Sie kündigt an, Informationen, passgenaue Hilfsangebote und Dienstleistungen aus der Region bereitzustellen. Der Anspruch ist hoch: Die Suche nach Unterstützung im Alltag solle einfach, schnell und effizient möglich sein, heißt es in der Projektbeschreibung. Ende November 2025 wurde das Angebot per Bezahlartikel in einer Haßfurter Lokalzeitung als digitaler Helfer angepriesen, der einen umfassenden Überblick über soziale und gewerbliche Dienstleister bieten könne. Die Plattform richte sich demnach an alle Generationen und wolle Orientierung im Alltag geben. Ein Blick auf die tatsächlichen Inhalte der Website wirft jedoch Fragen auf. Unter der Rubrik „Aktuelles“ [➚] findet sich als jüngster Eintrag eine Information zur Asiatischen Tigermücke – datiert auf den 8.12.25. Andere Bereiche wirken noch weniger aktuell: So führt etwa ei...

Nachrichtenflaute in Ebern ­– selbst Gänse lieferten keinen Eklat

Domesticated goose head, Chaguaramal, Venezuela
Symbolbild (Ausschnitt, verändert): „Domesticated goose head, Chaguaramal, Venezuela“, Wilfredor, Lizenz: CC0 1.0 Universell, eingebettet via Wikimedia Commons


In den letzten Wochen war es in den Heimatzeitungen auffallend still um Ebern. In den beiden Lokalblättern herrschte im März 2025 eine regelrechte Nachrichtenflaute. Kein Eklat, kein Drama, nicht einmal eine außergewöhnliche Geschichte – die „Saure-Gurken-Zeit“ hatte Ebern fest im Griff.

Das liegt auch daran, dass in Ebern keine Redakteure mehr stationiert sind. Ohne direkten Draht zum Geschehen vor Ort scheinen die Heimatzeitungen nicht mehr das Interesse von früher an der Stadt zu haben. Stattdessen füllen sie die Seiten mit Geschichten aus dem Maintal oder dem Steigerwald – Gegenden, die für die meisten Eberner eher von untergeordnetem Interesse sind.

Normalerweise beschreibt die „Saure-Gurken-Zeit“ eine Periode im Sommer, in der aufgrund der allgemeinen Urlaubssituation kaum nennenswerte Ereignisse stattfinden. In Ebern setzte diese Flaute bereits im März ein. Statt brisanter Themen gab es nur vereinzelt Berichte mit PR-Charakter – belanglose Pressemitteilungen, die oft unverändert übernommen wurden. Große Themen, die für Gesprächsstoff hätten sorgen können, blieben aus.

Kein Vereinsfest, das größere Wellen schlug, keine ungewöhnlichen politischen Entwicklungen, nicht einmal tierische Zwischenfälle. Und das will etwas heißen – schließlich haben sich anderswo schon Gänse als unfreiwillige Verkehrsberuhiger einen Namen gemacht, wenn sie in aller Ruhe über Straßen marschierten und so den Verkehr zum Stillstand brachten. In Ebern jedoch? Fehlanzeige! Kein Gänsemarsch, kein tierischer Aufreger, nur mediale Stille.

Dabei war es früher gang und gäbe, dass Zeitungen in der „Saure-Gurken-Zeit“ mit skurrilen Meldungen unterhielten. Man denke nur an das Seeungeheuer von Loch Ness, das zuverlässig alle paar Jahre in den Sommermonaten aus der Versenkung auftauchte, um die Nachrichtenleere zu füllen. Heute aber scheinen die Lokalblätter auf der sicheren Seite bleiben zu wollen und vermeiden Themen, die polarisieren oder gar für Aufregung sorgen könnten.

So scheint es in der modernen Berichterstattung eine neue Sensibilität zu geben. Während man sich früher nicht scheute, auch Politikerverfehlungen oder gesellschaftliche Missstände aufzugreifen, ist man heute vorsichtiger. Die Redaktionen nehmen verstärkt Rücksicht auf empfindliche Gemüter und vermeiden es, sich mit zu kritischen Berichten angreifbar zu machen. Die Zeiten, in denen man sich in der Zeitung über lokale Skandale amüsieren konnte, scheinen vorbei zu sein.

Hinzu kommt, dass die moderne „Saure-Gurken-Zeit“ nicht einmal mehr von kuriosen Meldungen aufgelockert wird. Dabei wäre es doch ein gefundenes Fressen gewesen, wenn sich – sagen wir – eine Horde Gänse am Weißfichtensee niedergelassen hätte und die Stadt plötzlich mit einer tierischen Invasion zu kämpfen gehabt hätte. Doch nichts dergleichen passierte. Und so bleibt Ebern in der Lokalzeitung ein blinder Fleck.

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