Bürgermeisterwahl: Wer soll Ebern aus der Krise führen?

Am 8.3.26 wählen die Bürgerinnen und Bürger in Ebern einen neuen Bürgermeister. Zur Wahl stehen mit Jürgen Hennemann (SPD), Harald Pascher (FDP) und Isabell Zimmer (CSU) zwei Männer und eine Frau. Der Wahlkampf verläuft bislang vergleichsweise ruhig. Inhaltlich setzen die drei Kandidaten unterschiedliche Akzente, zugleich gibt es thematische Überschneidungen. Jürgen Hennemann (SPD) Jürgen Hennemann steht seit 2014 an der Spitze der Stadt und bewirbt sich erneut um das Amt. Sein Wahlkampfmotto lautet „Sozial. Fair. Kompetent.“ Auf der Internetseite der SPD erklärt er, er wolle weiterhin eine nachhaltige und zukunftsgerichtete Politik im Sinne sozialdemokratischer Grundwerte gestalten. Inhaltlich spricht Hennemann unter anderem über Maßnahmen zur Klimaanpassung, etwa Regenmulden am Straßenrand, die Bäume gratis mit Wasser versorgen sollen. Zudem bringt er eine Umgestaltung der Windrad-Ruine auf dem Bretzenstein zu einem Aussichtsturm ins Gespräch. Ein Teil seiner Aussagen betrifft die kü...

Offener Brief zur Krankenhausreform: Amberger Klinikärzte fordern aktive Landespolitik in Bayern

Amberg - Busbahnhof
Symbolbild (Ausschnitt, verändert): „Amberg - Busbahnhof“, User:Mattes, Lizenz: CC0 1.0 Universell (gemeinfrei), eingebettet via Wikimedia Commons


Inmitten der aktuellen Diskussionen um die geplante Krankenhausreform haben sich die Chefärzte des Klinikums St. Marien Amberg mit einem dramatischen Appell an die politischen Entscheidungsträger in Bayern gewandt. In einem offenen Brief fordern sie eine aktive Rolle des Freistaats bei der Umsetzung der Reform, um die Krankenhausversorgung insbesondere in ländlichen Regionen langfristig zu sichern.

Die angespannte Lage der Gesundheitsversorgung ist für viele Kliniken, insbesondere in strukturschwächeren Gebieten, zunehmend existenzbedrohend. Vor dem Hintergrund steigender Betriebskosten, einer alternden Bevölkerung und des Fachkräftemangels sehen sich viele Krankenhäuser finanziell unter Druck. Die Amberger Ärzte weisen darauf hin, dass das kürzlich verabschiedete Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetz (KHVVG) auf Bundesebene erhebliche Auswirkungen auf die regionale Krankenhauslandschaft haben wird. Obwohl die Länder die Planungshoheit für die Kliniken innehaben, befürchten sie, dass ohne schnelle Unterstützung die medizinische Versorgung in der Fläche nicht aufrechterhalten werden kann.

Besonders problematisch sei die aktuelle Ausgestaltung des sogenannten „Leistungsgruppen-Groupers“. Die Zuordnung von Patienten zu den definierten Leistungsgruppen, die bestimmten Qualitätsanforderungen unterliegen, erfolge häufig nicht nach rein medizinischen Kriterien. Dies führe zu Unsicherheiten und einer zunehmenden Bürokratisierung, die den Fokus von der Patientenversorgung ablenke. Ärzte würden aus Angst vor Haftungsfragen streng nach den Vorgaben agieren, wodurch Flexibilität und individuelle Behandlungsmöglichkeiten eingeschränkt würden.

Die Amberger Klinikärzte fordern daher in ihrem Schreiben an den bayerischen Ministerpräsidenten und die Gesundheitsministerin Judith Gerlach ein Sofortprogramm in Höhe von vier Milliarden Euro. Dieses solle einen einmaligen Inflationsausgleich schaffen und die Kliniken finanziell entlasten. Darüber hinaus verlangen sie eine vollständige Kostenübernahme für notwendige bauliche Maßnahmen. Denn trotz der hohen staatlichen Förderquote von 70 bis 80 Prozent bleiben die kommunalen Träger oft auf Investitionskosten in zweistelliger Millionenhöhe sitzen – eine Belastung, die viele kleinere Träger kaum stemmen können.

Der offene Brief aus Amberg verdeutlicht, wie dringend Reformbedarf an der Krankenhausreform besteht und dass die Länder aktiv in die Umsetzung eingebunden werden müssen. Die Klinikärzte appellieren an Bund und Land, gemeinsam nachhaltige Lösungen zu entwickeln, damit auch in Zukunft eine flächendeckende und qualitativ hochwertige Gesundheitsversorgung gewährleistet bleibt.


Krankenhausreform: Dramatischer Appell der Chefärzte des Klinikums Amberg an den Freistaat

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