Von Ebern bis Coburg: Regionale Tageszeitungen verlieren weiter Leser/innen

Die hiesigen Tageszeitungen haben im 1. Quartal 2026 erneut an verkaufter Auflage verloren. Das zeigt ein Vergleich der aktuellen IVW-Zahlen [➚] mit dem 1. Quartal des Vorjahres. Betroffen sind alle untersuchten Titel. Wie stark die Rückgänge ausfallen, unterscheidet sich allerdings deutlich. Aus regionaler Sicht lohnt sich dabei vor allem der Blick auf die drei Zeitungen, die im Landkreis Haßberge vertreten sind. Der Fränkische Tag erscheint im Landkreis mit seiner Ausgabe E, u.a. für Ebern, Eltmann und Zeil am Main. Hinzu kommt die Neue Presse, die seit 2024 nicht mehr mit einer eigenen Haßberge-Ausgabe auf dem Markt ist. Stattdessen erscheint eine gemeinsame Ausgabe „Coburg/Haßberge“. Erweitert wird das Angebot durch die „Main-Post Haßberge“. Deren gedruckte Ausgabe trägt je nach Verbreitungsgebiet die Kopftitel „Haßfurter Tagblatt“ oder „Bote vom Haßgau“ (Bereich Hofheim i.Ufr.). Inhaltlich unterscheiden sich beide Ausgaben jedoch nicht. Im Internet wird das Angebot ausschließlich...

Vom Marktplatz zum Festplatz – Ebern will endlich die Kirchweih retten


Die Kirchweih in Ebern hat ihre besten Zeiten hinter sich. Einst ein lebendiges Volksfest mit Festzelten, regem Markttreiben und zahlreichen Besuchern, ist die Veranstaltung heute kaum wiederzuerkennen. Doch nun wagt die Stadt endlich einen Neuanfang: Der Kirchweihmarkt soll im September 2025 vom traditionellen Marktplatz auf den Festplatz am alten Sportplatz verlegt werden. Ziel ist es, das Fest wieder attraktiver zu gestalten und an frühere Erfolge anzuknüpfen.

In den letzten Jahren bot der Kirchweihmarkt in Ebern ein trauriges Bild. Der Marktplatz, traditioneller Veranstaltungsort des Marktes, war nur noch spärlich mit Ständen besetzt. Parallel dazu fand auf dem Festplatz am alten Sportplatz ein kleiner Rummelplatz statt, der ebenfalls nur wenige Besucher anzog. Gastronomische Angebote blieben rar, so dass das einst blühende Fest immer mehr an Bedeutung verlor.

Besonders im Vergleich zu den 1970er- und 1980er-Jahren wird der Niedergang deutlich. Damals gab es in Ebern noch drei Festzelte: am alten Sportplatz, im Forsterhof und im Hof des Gasthofs Post. Heute fehlt ein solches Zelt völlig, und von Volksfeststimmung ist kaum noch etwas zu spüren. Ein Blick ins benachbarte Rentweinsdorf zeigt, dass es auch anders geht. Dort gelingt es Jahr für Jahr, eine lebendige und gut besuchte Kirchweih zu organisieren.

In der letzten Sitzung des Eberner Stadtrates wurde eine neue Marktsatzung beschlossen. Eine der wichtigsten Änderungen: Der Kirchweihmarkt wird ab 2025 vom Marktplatz auf den Festplatz am alten Sportplatz verlegt. Während der Lätare- und der Herbstmarkt weiterhin auf dem Marktplatz stattfinden, soll die Kirchweih damit einen Neustart erhalten.

Zusätzlich hat der Stadtrat beschlossen, die Gebühren für alle Märkte im Jahr 2025 auszusetzen. Damit entfällt sowohl die Standgebühr als auch die Stromgebühr für Aussteller. Ziel dieser Maßnahme ist es, mehr Händler anzulocken und den Markt insgesamt attraktiver zu gestalten. Anfang 2026 will die Stadt dann eine Bilanz ziehen und entscheiden, ob die Regelung fortgeführt wird.

Mit der Verlegung des Kirchweihmarktes auf den Festplatz verfolgt die Stadt das Ziel, dort ein konzentrierteres Festgeschehen zu schaffen. Besonders der bislang wenig besuchte Rummelplatz könnte so belebt werden. Um dies zu unterstützen, wird die Stadt ein Festzelt aufstellen. Hier sollen am Kirchweihsonntag das Eberner Blasorchester und die Freiwillige Feuerwehr für Musik und Bewirtung sorgen.

Auch der Kirchweihsamstag soll attraktiver werden: Foodtrucks sollen für ein vielfältigeres gastronomisches Angebot sorgen und Besucher anlocken. Die Hoffnung ist, dass diese Maßnahmen den Kirchweihmarkt wieder zu einem lebendigen Ereignis machen und an frühere Traditionen anknüpfen. Ob die plötzliche Aufbruchstimmung etwas mit den näherrückenden Kommunalwahlen zu tun hat? Nichtsdestotrotz wird sich im September 2025 zeigen, ob die Verlegung des Marktes und die zusätzlichen Angebote ausreichen, um der Kirchweih in Ebern neues Leben einzuhauchen.

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