Ende kleiner Kliniken: Buch erklärt Entwicklungen wie in Ebern

Symbolbild Ebern steht beispielhaft für eine Entwicklung im Gesundheitswesen, die viele Regionen betrifft: das Verschwinden kleiner Kliniken wie dem Krankenhaus Ebern, das Ende 2025 geschlossen wurde. Der Arzt und Autor Dr. med. Thomas Strohschneider [➚] setzt sich in seinem Buch „Krankenhaus im Ausverkauf“ mit den tiefgreifenden Veränderungen im Gesundheitswesen auseinander und nimmt dabei insbesondere die Situation der Krankenhäuser in den Blick. Die Lektüre liefert damit nicht nur eine allgemeine Analyse, sondern gewinnt vor Ort eine besondere Relevanz. Strohschneider, langjährig als Chefarzt in einer privatwirtschaftlich geführten Klinik tätig, schildert in seinem Buch eindrücklich, wie sich das Gesundheitswesen in den vergangenen Jahren gewandelt hat. Seine Ausführungen lassen erkennen, dass wirtschaftliche Überlegungen zunehmend an Einfluss gewinnen. Krankenhäuser seien längst nicht mehr ausschließlich Orte der medizinischen Versorgung, sondern würden immer häufiger auch als wir...

Aktionsgruppe fordert Aufklärung über Patientenzahlen und Zukunft der Klinik in Ebern

Symbolbild

Anlässlich einer geplanten Informationsveranstaltung des Haßberge-Landrats Wilhelm Schneider (CSU) am 31.7.25 zur Zukunft des Krankenhauses Ebern erklärt die „Aktionsgruppe Schluss mit Kliniksterben in Bayern“:

„Widersprüchliche akutstationäre Fallzahlen auf der Homepage der Haßberge-Kliniken – sie schreiben über nur 250 stationäre PatientInnen im Gegensatz zu 1.195 PatientInnen im offiziellen Qualitätsbericht 2023. Das soll offenbar drastische Einschnitte in das Krankenhaus Ebern vorbereiten. Wir erwarten eine Aufklärung über die widersprüchlichen Fallzahlen.

Wir sind zutiefst besorgt über den Fortbestand des akutstationären Krankenhauses Ebern. Es ist für 7.995 Einwohner zwingend bedarfsnotwendig, um eine akut stationäre klinische Notfallversorgung bei lebensbedrohenden Erkrankungen oder Verletzungen binnen 30 Fahrzeitminuten sicher zu stellen. Eine eventuelle Schließung ist verantwortungslos, solange kein ordnungsgemäßes Konzept für Notärzte und Rettungsdienste vorliegt. Auch hier erwarten wir eine Aufklärung, wie die Bevölkerung zukünftig zeitnah klinisch versorgt werden kann.

Die alternative Umwandlung in eine Sektorenübergreifende Versorgungseinrichtung nach den Vorschriften der Krankenhausreform scheidet als Lösung aus. Sie gewährleistet keine akutstationäre Notfallversorgung an 7 Tagen und 24 Stunden mit sofortiger Verfügbarkeit eines Arztes für lebensrettende medizinische Interventionen.

Unter aktuellen Rahmenbedingungen ist die Fortführung des Krankenhauses Ebern mit Wiedereröffnung der stationären Chirurgie deshalb alternativlos.“

„Aktionsgruppe Schluss mit Kliniksterben in Bayern“, Pressemitteilung, Klaus Emmerich, Klinikvorstand i.R., Himmelkron

Kommentare