Ebern vor der Stichwahl: Inhalt statt Inszenierung gefragt

Nach der Bürgermeisterwahl am 8.3.26 in Ebern, bei der keiner der drei angetretenen Bürgermeister-Kandidaten die absolute Mehrheit erzielen konnte, richtet sich der Blick nun auf den 22.3.26. An diesem Tag sind die Bürgerinnen und Bürger erneut aufgerufen, ihre Stimme abzugeben – diesmal in einer Stichwahl zwischen der CSU-Politikerin Isabell Zimmer und Harald Pascher, der von FDP und Freien Bürgern unterstützt wird. Formal geht es um eine Personalentscheidung. Doch bei genauerem Hinsehen drängt sich eine andere Frage auf: Welche inhaltlichen Weichenstellungen sind mit dieser Wahl eigentlich verbunden? Der Wahlkampf der vergangenen Wochen vermittelte vielfach ein anderes Bild. Plakate, Auftritte, persönliche Botschaften und insbesondere eine Vielzahl an Unterstützer-Posts in den sozialen Medien prägten das Erscheinungsbild. Wer durch digitale Netzwerke scrollte, stieß auf zahlreiche Bekundungen der Unterstützung, auf Bilder gemeinsamer Termine, auf kurze Statements von Wegbegleitern un...

Klinikschließung in Ebern: Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach unterstützt Entscheidung des Kreistags Haßberge


Pressemitteilung der „Aktionsgruppe Schluss mit Kliniksterben in Bayern“:

Die „Aktionsgruppe Schluss mit Kliniksterben in Bayern“ bestätigt das „Aus“ der Haßberg-Klinik Ebern zum 31.12.25. Nach einer kurzen Stellungnahme des Gesundheitsausschusses des Bayerischen Landtags liegen nun ein ausführliches Protokoll und die Stellungnahme der Bayerischen Staatsministerin für Gesundheit, Prävention und Pflege vor.

Klaus Emmerich, Klinikvorstand i.R.: „Eine Unterstützung des Bayerischen Landtags und der Bayerischen Staatsregierung zum Erhalt der Haßberg-Klinik Ebern ist ausgeschlossen. Die Sorgen der Bürger/innen, ein Allgemeinkrankenhaus einschließlich stationärer Notfallversorgung nicht mehr wohnortnah erreichen zu können, spielt gegenüber finanziellen und strukturellen Gesichtspunkten keine Rolle.“

Wir zitieren Gesundheitsministerin Judith Gerlach: „Dem STMGP ist eine leistungsfähige und flächendeckende stationäre Versorgung ein Anliegen von hoher Bedeutung. Dennoch sind derzeit vielerorts Umstrukturierungen unausweichlich. … Die Krankenhausreform des Bundes wird künftig die Konzentrationstendenzen in der Krankenhauslandschaft weiter verstärken. … Die vom Träger geplanten Veränderungen sind angesichts der dargestellten Rahmenbedingungen aus krankenhausplanerischer Sicht mit Blick auf die künftige Sicherstellung der stationären Versorgung in der Region zu begrüßen.“

Dem Protokoll des Gesundheitsausschusses ist zusätzlich zu entnehmen, dass die vom Gemeinsamen Bundesausschuss für Sicherstellungszuschläge angesetzte 30-Minuten-Erreichbarkeit zu einem Allgemeinkrankenhaus einschließlich stationärer Notfallversorgung als Maßstab für eine sinnvolle Krankenhausplanung in Frage gestellt wird. Auch wird mehrheitlich darauf verwiesen, dass man seitens der Bayerischen Staatsregierung keine Möglichkeit für „staatliche Weisungen“ gegenüber den Betriebsträgern der Krankenhäuser sehe.

Die Aktionsgruppe Schluss mit Kliniksterben in Bayern hat alle Möglichkeiten ausgeschöpft, um das „Aus“ der Haßberg-Klinik Ebern zum Schaden der dortigen Bevölkerung abzuwenden. Wir bedauern die Ablehnung der Petition „Erhalt der Haßberg-Klinik Ebern und Wiedereröffnung der stationären Chirurgie“. Die bayerische Krankenhausplanung verliert auf diese Weise ihre Steuerungsfunktion zur Sicherung einer flächendeckenden klinischen Versorgung in Bayern. Sie reduziert sich damit auf die schriftliche Dokumentation der von den Klinikträgern getroffenen Entscheidungen.

Himmelkron, 12.12.25

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