„Raus ins Leben“: Medien sollen den direkten Austausch suchen


Am 5.5.26 rückt der Lokaljournalismus in den Mittelpunkt – und das erstmals im gesamten deutschsprachigen Raum. Nach der Premiere im Jahr 2025 geht der „Tag des Lokaljournalismus“ in seine zweite Runde und weitet seine Reichweite deutlich aus. Medienhäuser aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Luxemburg beteiligen sich an der Initiative, die darauf abzielt, die Bedeutung lokaler Berichterstattung stärker ins öffentliche Bewusstsein zu rücken.

In der Region Ebern spielen dabei insbesondere der Fränkische Tag und die Neue Presse eine Rolle, die zu den beiden prägenden Heimatzeitungen zählen. Während der Fränkische Tag auf der offiziellen Internetseite [➚] der Initiative bereits als beteiligtes Medium aufgeführt wird, ist bislang noch unklar, ob sich auch die Neue Presse an der Aktion beteiligen wird.

Unter dem Motto „Raus aus den Redaktionen, rein ins Leben!“ sollen Journalistinnen und Journalisten gezielt den direkten Austausch mit den Menschen suchen. Dies erscheint umso relevanter, da in zahlreichen Orten Lokalredaktionen nicht mehr bestehen, so auch in Ebern. Die Aktion schlägt nun vor, unter anderem mobile Newsrooms, Redaktionsbesuche und sogenannte Newscamps zu planen. Die Veranstalter erklären, Ziel sei es, mit Bürgerinnen und Bürgern ins Gespräch zu kommen und Einblicke in die journalistische Arbeit zu geben. Bürgerinnen und Bürger könnten so unmittelbar erleben, wie Lokaljournalismus funktioniert und welche Rolle er im Alltag spielt.

Der Ansatz dahinter wird als bewusst niedrigschwellig beschrieben: Redaktionen verlassen ihre gewohnten Arbeitsräume und suchen gezielt die Nähe zum Alltag der Menschen – verbunden mit dem Anspruch, wieder stärker auf eigene Recherche zu setzen, statt vorgefertigte, mitunter einseitige Pressemitteilungen zu übernehmen. Auf diese Weise soll deutlich werden, wie Lokaljournalismus funktioniert und welchen Beitrag er zur Orientierung in einer zunehmend komplexen Informationswelt leistet. Lokale Medien berichten dabei nicht nur über Ereignisse vor Ort, sondern ordnen Entwicklungen ein, erklären kommunale Entscheidungen und begleiten politische Prozesse auf lokaler Ebene.

Initiiert wurde der „Tag des Lokaljournalismus“ von Ippen.Media in Zusammenarbeit mit dem Verlagsprojekt DRIVE, das von der dpa sowie Highberg und Schickler koordiniert wird. Die Deutsche UNESCO-Kommission übernimmt die Schirmherrschaft. Wenn zahlreiche Medien gleichzeitig ihre Arbeit sichtbar machten, so die Einschätzung der Initiatoren, entstehe eine Wirkung, die über einzelne Aktionen hinausgehe und die Rolle des Lokaljournalismus für Vertrauen, Transparenz und gesellschaftliche Teilhabe unterstreiche.

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