Ebern: Neue Perspektiven für das frühere EDEKA-Areal in Sandhof

Symbolbild KI

Nach vielen Jahren des Leerstands zeichnet sich für das Gelände des ehemaligen „EDEKA aktiv markts“ im Eberner Stadtteil Sandhof nun eine neue Zukunft ab. Das Areal, das lange Zeit ungenutzt blieb und zuletzt einen etwas vernachlässigten Eindruck hinterließ, soll künftig wieder belebt werden. Geplant sind ein Sportstudio, ein Friseurgeschäft sowie mehrere Einfamilienhäuser.

Hinweise auf die neuen Nutzungen waren bereits seit einiger Zeit im Umlauf. Insbesondere über soziale Netzwerke wurde schon früher über die Ansiedlung eines Fitnessbetriebs auf dem Gelände gesprochen. Inzwischen findet sich auf der Internetseite des Unternehmens Fitomat [➚] ein konkreter Hinweis: Dort wird für die Adresse Sandhof 1a – die Anschrift des früheren Marktes – die Eröffnung eines Fitnessstudios für den 28.6.26 angekündigt. Das Unternehmen beschreibt sich selbst als führendes Smart-Gym-Konzept in Deutschland mit zahlreichen Standorten in der DACH-Region und verweist auf einen vollautomatisierten Betrieb mit durchgehenden Öffnungszeiten.

Über die weiteren Entwicklungen wurde öffentlich bislang nur wenig bekannt. In Ebern wird seit Jahren immer wieder darauf verwiesen, dass Informationen aus kommunalen Gremien nur eingeschränkt nach außen gelangen, da Stadtratsprotokolle nicht veröffentlicht werden. Entsprechend verbreiten sich Neuigkeiten häufig zunächst auf anderem Weg.

Ein Supermarkt veränderte das Einkaufsverhalten

Die Geschichte des Standorts reicht mehrere Jahrzehnte zurück. Im Jahr 1981 eröffnete der „EDEKA aktiv markt“ im Stadtteil Sandhof auf einem Gelände hinter dem Restaurant „Bei Peppo“. Mit rund 1.100 Quadratmetern Verkaufsfläche galt der Markt damals für Eberner Verhältnisse als groß und hob sich deutlich von den bisherigen Einkaufsmöglichkeiten in der Region ab.

Für viele Menschen in Ebern bedeutete die Eröffnung eine erhebliche Veränderung im Alltag. Bis dahin waren größere Lebensmitteleinkäufe häufig mit längeren Fahrten verbunden. Zahlreiche Familien fuhren regelmäßig nach Bamberg – etwa in den Hafenbereich oder nach Trosdorf – oder bis nach Niederfüllbach bei Coburg, um ein breiteres Warenangebot zu nutzen. Mit dem neuen Markt in Sandhof entstand erstmals eine Einkaufsmöglichkeit vor Ort, die eine große Auswahl mit kurzen Wegen verband.

Der „EDEKA aktiv markt“ entwickelte sich rasch zu einem wichtigen Anlaufpunkt. Er bot nicht nur Lebensmittel des täglichen Bedarfs, sondern stand auch sinnbildlich für den Wandel vom kleinteiligen Einkauf hin zum modernen Supermarkt.

Die Zeit der kleinen Lebensmittelgeschäfte

Vor der Eröffnung des großen Marktes war die Versorgung in Ebern deutlich stärker von kleineren Geschäften geprägt. Zwar existierten bereits Supermärkte, doch ihre Dimensionen waren mit dem späteren EDEKA-Standort kaum vergleichbar.

Zu den bekannten Adressen gehörte der „Groka-Markt“ in der Neubrückentorstraße. Hinzu kam der „delta-Markt“ in der Coburger Straße, der in den Räumen der ehemaligen „Filmburg“ untergebracht war. Das frühere Kino hatte seinen Betrieb bereits 1974 eingestellt. Jahrzehnte später verschwand auch das Gebäude selbst; an seiner Stelle entsteht derzeit die neue Landesbaudirektion.

Der „delta-Markt“ war zudem durch seinen Werbespruch „Hinfahren, Geld sparen“ bekannt. Daneben prägten zahlreiche kleinere Anbieter das Stadtbild. Mehrere Bäckereien führten zusätzlich Lebensmittel im Sortiment und übernahmen damit Aufgaben, die heute überwiegend Supermärkte erfüllen.

Erinnerungen weckt auch „Feinkost Krenz“. Das Geschäft lag an einer Straße, die im Volksmund als „Krenzberg“ bezeichnet wurde – ein Name, der sich auf die damaligen Betreiber bezog und sich im Alltag der Menschen eingebürgert hatte. Ob diese Bezeichnung heute noch verwendet wird, bleibt offen. Das Geschäft selbst existiert bereits seit langer Zeit nicht mehr.

Ebenfalls Teil der Eberner Handelslandschaft war der frühere „PLUS“-Markt am Marktplatz. Er dürfte ungefähr in der selben Zeit entstanden sein wie der „aktiv markt“, möglicherweise etwas früher oder später. Auch dieser Markt gehört inzwischen der Vergangenheit an.

Vom Standort Sandhof zum alten Bahnhof

Drei Jahrzehnte lang blieb der „EDEKA aktiv markt“ eine feste Größe in Ebern. Das änderte sich erst zu Beginn der 2010er-Jahre. Im Jahr 2011 wurde der Betrieb in Sandhof eingestellt, nachdem sich das Unternehmen für einen Umzug entschieden hatte.

Der neue Standort entstand am ehemaligen Bahnhof von Ebern, unmittelbar am Rand der Altstadt. Vorausgegangen war eine größere Veränderung der städtischen Infrastruktur: Die Bahnstation war näher an die historische Stadtmauer verlegt worden. In diesem Zusammenhang wurde der alte Bahnhof abgerissen.

Auf dem frei gewordenen Gelände entstand anschließend der neue EDEKA-Markt. Mit dem Umzug verschwand zugleich der Namenszusatz „aktiv markt“ – fortan trat das Unternehmen am neuen Standort nur noch unter der Bezeichnung „EDEKA“ auf.

Für das Gebäude in Sandhof begann dagegen eine lange Phase des Stillstands. Seit dem Auszug des Marktes blieb die Immobilie ungenutzt. Während am neuen Standort moderne Verkaufsflächen entstanden, verlor das frühere Areal an Bedeutung.

Veränderungen im Eberner Einzelhandel

Der Umzug wirkte sich auch auf die übrige Handelslandschaft aus. Nur wenige Monate nach der Eröffnung des neuen EDEKA-Marktes kam es zu einer weiteren Veränderung: Im Oktober 2012 schloss die tegut-Filiale in der Coburger Straße ihre Türen.

Die räumliche Nähe spielte dabei wohl eine Rolle. Zwischen dem neuen EDEKA-Standort am ehemaligen Bahnhof und dem tegut-Markt lagen lediglich einige hundert Meter. Damit wandelte sich die Struktur des Lebensmittelhandels in Ebern erneut.

Nun deutet vieles darauf hin, dass das Areal nach langer Zeit wieder genutzt wird. Mit Plänen für ein Sportstudio, einen Friseur und Wohnbebauung soll ein Ort, der einst für den größten Supermarkt der Umgebung stand, eine völlig neue Rolle innerhalb des Stadtteils erhalten.


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