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| Symbolbild KI |
Vor gut fünf Jahren war die Einführung der Buslinie 800 (VGN 1178) für viele Orte entlang der Bundesstraßen 279 und 303 ein deutlicher Fortschritt im öffentlichen Nahverkehr. Unter dem Namen „Der Coburger“ entstand eine direkte Verbindung zwischen Bad Neustadt a.d.Saale, Bad Königshofen und Coburg. Davon profitierte nicht nur das Grabfeld, sondern auch der nordöstliche Landkreis Haßberge. Besonders Maroldsweisach und Ortsteile wie Hafenpreppach erhielten damit eine direkte Anbindung an Coburg und den dortigen ICE-Bahnhof. Nun endet dieses Angebot überraschend schnell: Bereits zum 31.7.26 fährt die Linie zum letzten Mal.
Die Nachricht erreichte die Öffentlichkeit erst wenige Tage vor dem Aus der Verbindung. Der Landkreis Haßberge veröffentlichte die Information am 21.7.26 auf seiner Internetseite. Für viele dürfte dies unerwartet gekommen sein, denn zwischen Bekanntgabe und Einstellung liegen lediglich wenige Tage. Gerade für die Menschen in Maroldsweisach, die sich über Jahre an die regelmäßige Verbindung gewöhnt hatten, kommt das Ende ausgesprochen kurzfristig.
Als Grund wird das Auslaufen der staatlichen Förderung genannt. Die Regierung von Unterfranken habe mitgeteilt, dass die Finanzierung aus Haushaltsmitteln des Freistaats Bayern nicht weitergeführt werden könne. Diese Förderung sei jedoch die entscheidende Voraussetzung für die Einführung und den Betrieb der Linie gewesen. Ohne dieses Geld lasse sich das Angebot nicht aufrechterhalten.
Dennoch wirft der Zeitpunkt der Bekanntgabe Fragen auf. Dass die Finanzierung Ende Juli ausläuft, dürfte den Verantwortlichen kaum erst wenige Tage vor der Veröffentlichung bekannt geworden sein. Vielmehr liegt die Vermutung nahe, dass die Entwicklung bereits deutlich früher absehbar gewesen sein müsste. Umso erstaunlicher wirkt es, dass die Öffentlichkeit erst nach den Kommunalwahlen vom 8.3.26 informiert wurde. Ob zwischen dem Wahltermin und der späten Mitteilung ein Zusammenhang besteht, bleibt offen. Der zeitliche Ablauf sorgt jedoch für Fragen.
Für Maroldsweisach bot „Der Coburger“ über Jahre hinweg eine unkomplizierte Möglichkeit, innerhalb von 30 Minuten nach Coburg zu gelangen. Da die Busse im Zwei-Stunden-Takt [➚] verkehrten und bis zu sieben Fahrten pro Tag angeboten wurden, ließ sich der Alltag vieler Menschen gut danach ausrichten. Wer in Coburg einkaufen wollte, konnte auf das Auto verzichten. Ebenso erleichterte die Linie Arzttermine oder Besuche im Coburger Klinikum. Auch für Berufspendler stellte die Direktverbindung eine interessante Alternative zum eigenen Fahrzeug dar. Hinzu kamen Freizeitfahrten, etwa zum Schloss Tambach mit seinem Wildpark oder zu anderen Ausflugszielen entlang der Strecke. Ebenso war es möglich, bequem das Thermalbad in Bad Königshofen zu erreichen oder von dort aus weitere Ziele anzusteuern.
Nicht zuletzt spielte auch die Anbindung an den Fernverkehr eine wichtige Rolle. Mit der Einstellung der Linie werden unter anderem Maroldsweisach, Hafenpreppach, Bad Königshofen und Bad Neustadt a.d.Saale deutlich schlechter an den ICE-Bahnhof in Coburg angebunden. Gerade für längere Reisen war die direkte Busverbindung ein wichtiger Baustein. Ohne sie werden Fahrten komplizierter und zeitaufwendiger.
Als „Der Coburger“ am 1.5.21 eingeführt wurde, reichte die Strecke zunächst sogar bis zum Bahnhof Gersfeld. Dadurch entstand eine Verbindung zwischen dem Rhein-Main-Verkehrsverbund und Coburg. Später wurde dieser Abschnitt auf die Linie 810 verlagert, so dass die Buslinie 800 nur noch zwischen Bad Neustadt a.d.Saale und Coburg unterwegs war. An ihrer Bedeutung für den nordöstlichen Landkreis Haßberge änderte dies jedoch wenig.
Zwar bestehen künftig weiterhin Möglichkeiten, mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach Coburg zu gelangen. So können Fahrgäste beispielsweise über Dietersdorf oder Dürrenried umsteigen oder zunächst nach Ebern fahren und dort andere Bus- oder Bahnverbindungen nutzen. Diese Alternativen bedeuten jedoch zusätzliche Umstiege, längere Reisezeiten und einen höheren Planungsaufwand. Die bisherige Einfachheit der Direktverbindung geht verloren.
Dabei dürfte die Buslinie außerhalb ihres eigentlichen Einzugsgebietes vielen Menschen kaum bekannt gewesen sein. In Orten, die nicht unmittelbar an der Strecke lagen, spielte sie in der öffentlichen Wahrnehmung nur eine untergeordnete Rolle. Selbst im nahe gelegenen Ebern dürften zahlreiche Einwohner kaum gewusst haben, dass es überhaupt eine direkte Busverbindung zwischen Bad Neustadt a.d.Saale über Maroldsweisach nach Coburg gab. Entsprechend gering fiel auch die öffentliche Aufmerksamkeit für die nun angekündigte Einstellung aus.
Wie intensiv die Linie tatsächlich genutzt wurde, lässt sich kaum beurteilen. Fahrgastzahlen, die einen Eindruck über die Auslastung hätten vermitteln können, wurden nicht veröffentlicht. Damit fehlt eine wesentliche Grundlage, um die Bedeutung der Verbindung anhand konkreter Daten einzuordnen. Ob die Busse stark frequentiert waren oder nur von wenigen Fahrgästen genutzt wurden, bleibt deshalb offen.
Die Regierung von Unterfranken hat nach eigenen Angaben darauf hingewiesen, dass in München nach einer alternativen Lösung für eine künftige Verbindung nach Coburg gesucht werde. Ob und wann eine neue Verbindung entstehen könnte, ist derzeit allerdings unklar.

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