Krankenhausreform: Regionalgutachten sieht Veränderungen für Haßfurt vor – Erreichbarkeit bleibt auch für Ebern ein strittiges Thema

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Das Regionalgutachten zur künftigen Krankenhauslandschaft in der Region Main-Rhön empfiehlt als Folge der Krankenhausreform eine Neuordnung der medizinischen Versorgung. Für die Haßberg-Kliniken in Haßfurt bedeutet das nach den vorliegenden Informationen, dass besonders komplexe medizinische Eingriffe künftig an größere Schwerpunktkliniken verlagert werden sollen. Damit wird der Standort Haßfurt voraussichtlich einzelne Leistungsbereiche abgeben müssen.

Erhalten bleiben sollen dagegen zentrale Angebote der Grundversorgung. Dazu zählen die chirurgische und internistische Versorgung, die Notaufnahme sowie die Geriatrie und Palliativmedizin. Noch offen ist offenbar die Entscheidung über die beantragten Leistungsgruppen. Die Haßberg-Kliniken haben nach eigenen Angaben zwölf Leistungsgruppen beantragt, über deren Zuteilung bislang noch nicht entschieden wurde. Dazu zählt auch die Zukunft der Geburtshilfe. In Haßfurt zeigt man sich dennoch zuversichtlich, die beantragten Leistungen zu erhalten.

Für Aufmerksamkeit sorgt dabei die Begründung, mit der diese Zuversicht unter anderem untermauert wird. Nach einem Bericht des Fränkischen Tags [➚] wird darauf verwiesen, dass ein Krankenhaus innerhalb von höchstens 30 Minuten erreichbar sein müsse. Dieses Argument steht allerdings im Kontrast zur bayerischen Krankenhausplanung. Die Bayerische Staatsregierung hatte die maßgebliche Erreichbarkeitsgrenze auf 45 Minuten angehoben – ein Kriterium, das seinerzeit auch als Begründung für die Schließung des Krankenhauses in Ebern angeführt worden war.

Unabhängig von den geplanten Veränderungen wollen die Haßberg-Kliniken den Standort Haßfurt langfristig stärken. Geplant ist unter anderem der weitere Ausbau der Medizinischen Versorgungszentren (MVZ). Außerdem fordern die Verantwortlichen die Einrichtung eines Integrierten Notfallzentrums (INZ), um die Notfallversorgung im Landkreis dauerhaft abzusichern. Parallel dazu laufen die Planungen für einen neuen Operationstrakt, dessen Baukosten mit rund 30 Millionen Euro veranschlagt werden. Die Baugenehmigung wird nach Angaben der Klinik im August 2026 erwartet.

Das Regionalgutachten, das vom Bayerischen Gesundheitsministerium in Auftrag gegeben wurde, untersucht die Zukunft von sechs Kliniken in der Region Main-Rhön und dürfte erhebliche Auswirkungen auf die Krankenhausversorgung haben. Öffentlich zugänglich ist das Gutachten bislang jedoch nicht.

Damit bleibt auch die Diskussion über die Erreichbarkeit von Krankenhäusern bestehen. Während für einzelne Regionen weiterhin kurze Anfahrtszeiten als wichtiges Ziel genannt werden, müssen insbesondere Bürgerinnen und Bürger aus dem östlichen Landkreis Haßberge – darunter auch aus dem Bereich Ebern – nach der Schließung des dortigen Krankenhauses weiterhin längere Fahrzeiten zu den Kliniken in Scheßlitz, Bamberg, Coburg oder Haßfurt in Kauf nehmen.


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