Ebern profitiert vom Milliardenprogramm des Bundes

Für Ebern eröffnen sich durch den bayerischen Doppelhaushalt 2026/2027 zusätzliche Finanzierungsmöglichkeiten für kommunale Investitionen. Die Stadt erhält aus dem Investitionsbudget des Bundes-„Sondervermögens“ 992.344 Euro. Die Mittel sind Teil eines Programms, mit dem alle Gemeinden im Eberner Land bei der Umsetzung wichtiger Infrastrukturvorhaben unterstützt werden sollen. Das „Sondervermögen“ ist ein zweckgebundener Fonds außerhalb des regulären Bundeshaushalts. Finanziert wird er über zusätzliche Schulden, die durch Ausnahmen von der Schuldenbremse ermöglicht werden. Die bereitgestellten Gelder werden über mehrere Jahre an Länder und Kommunen verteilt. Bayern erhält aus diesem Programm insgesamt 15,7 Milliarden Euro. Nach Angaben der Staatsregierung sollen die zusätzlichen Mittel vor allem für Investitionen eingesetzt werden, die ohne diese Finanzierung nur schwer umzusetzen wären. Mit dem Doppelhaushalt 2026/2027 plant der Freistaat Gesamtausgaben von 168,1 Milliarden Euro. Rund...

Ortsnamenbuch für den Landkreis Haßberge geplant


Der Historische Verein Landkreis Haßberge e.V. hat ein umfangreiches Forschungsprojekt auf den Weg gebracht: Bis spätestens 2029 soll ein Ortsnamenbuch für den gesamten Landkreis Haßberge erscheinen. Die Publikation wird sowohl die heute bestehenden Ortsnamen als auch bekannte Wüstungen erfassen und deren historische Schreibweisen sowie die wahrscheinliche Bedeutung erläutern. Ziel ist es, die namenkundliche Erforschung der Region auf eine neue wissenschaftliche Grundlage zu stellen.

Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei dem Altlandkreis Haßfurt. Dieser Bereich wurde bislang in der Reihe des „Historischen Ortsnamenbuchs von Bayern“ nicht bearbeitet und zählt daher zu den weniger erforschten Regionen Bayerns auf dem Gebiet der Ortsnamenkunde. Mit dem geplanten Werk soll diese Lücke geschlossen werden. Zugleich werden auch die übrigen Gemeinden und Orte des Landkreises berücksichtigt, darunter die früheren Landkreise Ebern und Hofheim.

Mit der wissenschaftlichen Bearbeitung wurde Dr. Joachim Andraschke betraut. Der Historiker und Sprachwissenschaftler gilt als ausgewiesener Fachmann für fränkische Ortsnamenforschung. Er betreibt das Institut für ostfränkische Namenforschung, Genealogie und Landeskunde „Nomina franconica“ und hat bereits zahlreiche Veröffentlichungen zur Erforschung fränkischer Orts- und Personennamen vorgelegt oder daran mitgewirkt. Darüber hinaus engagiert er sich in mehreren historischen Fachvereinigungen.

Das geplante Ortsnamenbuch [➚] wird nach einem festen wissenschaftlichen Schema aufgebaut. Die noch bestehenden Orte sowie die abgegangenen Siedlungen werden in alphabetischer Reihenfolge dargestellt. Grundlage jeder Darstellung bildet eine umfangreiche Sammlung historischer Belege. Besonderes Gewicht kommt dabei den ältesten urkundlichen Erwähnungen zu, da sie wichtige Hinweise auf die ursprüngliche Form und Entwicklung eines Ortsnamens liefern.

Frühe Schriftquellen ermöglichen es zudem, lautliche Veränderungen über Jahrhunderte hinweg nachzuvollziehen. Nach Angaben der Namenkunde lassen sich auf diese Weise Entwicklungen erkennen, die häufig bis ins 15. Jahrhundert reichen und schließlich zur heutigen Schreibweise geführt haben. Die Belegreihen bilden damit den Kern des wissenschaftlichen Namenkorpus, auf dem die Auswertung basiert.

Auch bereits vorliegende Forschungen werden im Zuge des Projekts kritisch überprüft. Zwar wurden die Altlandkreise Ebern und Hofheim bereits von dem Forscher Werner Schmiedel bearbeitet, doch gelten Teile seiner Ergebnisse inzwischen als überarbeitungsbedürftig. Das neue Ortsnamenbuch soll daher nicht nur bislang fehlende Untersuchungen nachholen, sondern auch ältere Deutungen anhand aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse neu bewerten.


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