Klinikreform in der Region: Ministerium verschickt erste Bescheide

Seit Ende September 2026 verschickt das Bayerische Gesundheitsministerium die ersten Bescheide über die künftigen Leistungsgruppen. Für die Region Ebern ist damit die Frage verbunden, welche medizinischen Angebote die Krankenhäuser in Scheßlitz, Lichtenfels und Haßfurt künftig vorhalten dürfen. Gerade für die Haßberg-Klinik in Haßfurt ist die Entscheidung von großer Bedeutung, weil dort zugleich umfangreiche Investitionen in einen neuen OP-Trakt geplant sind. Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach (CSU) erklärte am Mittwoch, 14.10.26, in Bad Wörishofen, dass der Zuweisungsprozess planmäßig verlaufe. Bislang seien knapp 2.000 positive Bescheide versandt worden. Sie betreffen zunächst Krankenhäuser, bei denen der Medizinische Dienst die Voraussetzungen für die beantragten Leistungsgruppen bestätigt hat und keine Auswahlentscheidung wegen eines regionalen Überangebots erforderlich ist. Bis Ende August hatte der Medizinische Dienst rund 3.400 Anträge von Klinikträgern für etwa 260 Kr...

Ortsnamenbuch für den Landkreis Haßberge geplant


Der Historische Verein Landkreis Haßberge e.V. hat ein umfangreiches Forschungsprojekt auf den Weg gebracht: Bis spätestens 2029 soll ein Ortsnamenbuch für den gesamten Landkreis Haßberge erscheinen. Die Publikation wird sowohl die heute bestehenden Ortsnamen als auch bekannte Wüstungen erfassen und deren historische Schreibweisen sowie die wahrscheinliche Bedeutung erläutern. Ziel ist es, die namenkundliche Erforschung der Region auf eine neue wissenschaftliche Grundlage zu stellen.

Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei dem Altlandkreis Haßfurt. Dieser Bereich wurde bislang in der Reihe des „Historischen Ortsnamenbuchs von Bayern“ nicht bearbeitet und zählt daher zu den weniger erforschten Regionen Bayerns auf dem Gebiet der Ortsnamenkunde. Mit dem geplanten Werk soll diese Lücke geschlossen werden. Zugleich werden auch die übrigen Gemeinden und Orte des Landkreises berücksichtigt, darunter die früheren Landkreise Ebern und Hofheim.

Mit der wissenschaftlichen Bearbeitung wurde Dr. Joachim Andraschke betraut. Der Historiker und Sprachwissenschaftler gilt als ausgewiesener Fachmann für fränkische Ortsnamenforschung. Er betreibt das Institut für ostfränkische Namenforschung, Genealogie und Landeskunde „Nomina franconica“ und hat bereits zahlreiche Veröffentlichungen zur Erforschung fränkischer Orts- und Personennamen vorgelegt oder daran mitgewirkt. Darüber hinaus engagiert er sich in mehreren historischen Fachvereinigungen.

Das geplante Ortsnamenbuch [➚] wird nach einem festen wissenschaftlichen Schema aufgebaut. Die noch bestehenden Orte sowie die abgegangenen Siedlungen werden in alphabetischer Reihenfolge dargestellt. Grundlage jeder Darstellung bildet eine umfangreiche Sammlung historischer Belege. Besonderes Gewicht kommt dabei den ältesten urkundlichen Erwähnungen zu, da sie wichtige Hinweise auf die ursprüngliche Form und Entwicklung eines Ortsnamens liefern.

Frühe Schriftquellen ermöglichen es zudem, lautliche Veränderungen über Jahrhunderte hinweg nachzuvollziehen. Nach Angaben der Namenkunde lassen sich auf diese Weise Entwicklungen erkennen, die häufig bis ins 15. Jahrhundert reichen und schließlich zur heutigen Schreibweise geführt haben. Die Belegreihen bilden damit den Kern des wissenschaftlichen Namenkorpus, auf dem die Auswertung basiert.

Auch bereits vorliegende Forschungen werden im Zuge des Projekts kritisch überprüft. Zwar wurden die Altlandkreise Ebern und Hofheim bereits von dem Forscher Werner Schmiedel bearbeitet, doch gelten Teile seiner Ergebnisse inzwischen als überarbeitungsbedürftig. Das neue Ortsnamenbuch soll daher nicht nur bislang fehlende Untersuchungen nachholen, sondern auch ältere Deutungen anhand aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse neu bewerten.


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